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Erdkabel statt Hochspannungsleitungen

28.04.2007 | Streit um Stromtrasse in unserer Region – Wulff will Kritikern entgegenkommen – Rechtliche Schwierigkeiten. HANNOVER. Sollen Hoch- und Höchstspannungsleitungen unter die Erde? Im Landtag warnten CDU, FDP und Grüne gestern vor zu hohen Erwartungen. Umstritten ist derzeit vor allem die beantragte Trasse Wahle-Mecklar.

Die SPD-Abgeordnete Renate Geuter erinnerte zunächst an frühere Absichtserklärungen des Landtags, nach denen Niedersachsen Vorreiter bei der Erdverkabelung sein solle. "Erdkabel statt Hochspannungsleitungen" lautete denn auch der Antrag der SPD-Fraktion.

"Alle wollen es, aber es passiert nichts", meinte der Grünen-Politiker Hans-Joachim Janßen. Ein Problem: Das geänderte Energiewirtschaftsgesetz, in Berlin von Schwarzrot beschlossen, soll Mehrkosten beim Ausbau der Netze verhindern. "Damit ist faktisch die Erdverkabelung von Höchstspannungsleitungen nicht möglich", so Janßen. "Sie haben das Recht, das Ihnen die Hände bindet, selbst beschlossen", sagte Janßen.

Die Netzbetreiber könnten Planfeststellungsanträge zum Netzausbau mit diesen Stromleitungen nur für Freileitungen stellen, erklärte auch das Landwirtschaftsministerium auf Anfrage. CDU-Fraktionsvize Friedhelm Biestmann verwies auf Studien, nach denen Freileitungen die beste Lösung seien. "Ich verstehe die Menschen, die Probleme damit haben", betonte wie Biestmann auch der FDP-Politiker Jan-Christoph Oetjen. In der niedersächsischen Landesraumordnung sei die Erdverkabelung als Möglichkeit aber ausdrücklich vorgesehen, sagte Oetjen. "Es sind dicke Bretter zu bohren", meinte Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). Alle Kabel unter die Erde zu legen, würde Jahrzehnte dauern, betonte Wulff. Wulff sprach sich dafür aus, in Niedersachsen an sensiblen Punkten zunächst Modellprojekte durchzusetzen. Unserer Zeitung sagte Wulff nach der Sitzung, die Modellversuche beträfen vor allem bevölkerungsreiche Gebiete – auch im Fall der Trasse Wahle-Mecklar.

Die Zustimmung zum Berliner Gesetz sei wegen der Anbindung von Offshore-Windparks an die Netze nötig gewesen, betonte er im Landtag.

Fachleute befürchten, dass bei zu langen Diskussionen Antragsteller wie Eon Freileitungen unter Verweis auf die Rechtslage einfach durchsetzen könnten. Ein Erörterungstermin für die Trasse Wahle-Mecklar ist für Anfang Mai geplant.

Von Michael Ahlers

Quelle Newsclick vom 28.04.2007

 

 

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