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Erdkabel soll die Regel sein

27.04.2007 | Northeim. Der Landrat ist optimistisch: Michael Wickmann geht davon aus, dass die Landesregierung dem Kreis Northeim und den betroffenen Kommunen weitgehende Beteiligungsrechte bei der Planung der Stromtrasse durch die Region einräumt. Das heißt: Es wird wohl ein regionales Raumordnungsverfahren gegeben. "Alles andere wäre nach unserem Gespräch mit dem Staatssekretär eine große Überraschung", sagte Wickmann gestern. Nächsten Mittwoch ist ein Erörterungstermin in Braunschweig, bei dem die Kommunen ihre Vorbehalte vortragen dürfen.

"Höchstspannungsleitungen auf neuer Trasse sind unterirdisch zu verlegen."

Landesraumordnungsprogramm

Ursprünglich hatte das Land die Trasse im Landesraumordnungs-Programm festschreiben wollen. "Das hätte einen Beigeschmack gehabt, denn der Netzbetreiber E.on hat die Pläne nachgereicht. Vielleicht gab es gute Gründe dafür, aber es sah aus, als sollte die Trasse durch die Hintertür geplant werden", sagte Wickmann.

Wenn die Landesregierung wider Erwarten doch an der Trassen-Festschreibung im Landesraumordnungs-Programm festhalte, sei das ein Bruch mit ihren eigenen Forderungen: "Beim Bau eines Schweinestalls sollen die Bürger beteiligt werden - und bei diesen riesigen Strommasten würde das Land die Beteiligung ablehnen", sagte Wickmann.

Wenn dies geschieht, gibt es aber trotzdem noch Chancen: Das geltende Landesraumordnungsprogramm sieht nämlich vor, dass "Höchstspannungsleitungen auf neuer Trasse unterirdisch zu verlegen" sind. Die Genehmigungsbehörde kann davon aber unter anderem dann abweichen, wenn die Erdverkabelung "wirtschaftlich nicht vertretbar ist". Der Naturschutzbund fordert, dass die Kommunen bei dem Erörterungstermin darauf hinarbeiten, dass die Ausnahmekriterien gestrichen werden.

Wickmann hat gestern seine Forderung nach einem Erdkabel erneuert. Das sei zwar wohl nicht zur Gänze durchzusetzen, aber es müsse sensibel geprüft werden, in welchen Bereich ein gasisoliertes Kabel unverzichtbar sei. Das Argument des Netzbetreibers, dies verursache höhere Kosten, lässt Wickmann nicht gelten: "Man kann sich nicht geringere Strompreise erkaufen, indem man die Gesundheit vieler Menschen zur Disposition stellt." (hai)

Quelle HNA vom 27.04.2007

 

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