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Erdkabel gibt es in aller Welt

20.04.2007 | 380-kV-Stromkabel, wie sie Salzburger Anrainer fordern, gibt es auf der ganzen Welt: von Indien bis Wien. Auch Schottland überlegt diese Lösung.

Salzburg (SN-tau). Japan, Indien, Abu Dhabi, Sudan, Dänemark, Istanbul, Berlin, Madrid, Oslo, London, Thessaloniki, Mailand und Wien: In der Erde verkabelte Wechselstrom-Höchstspannungsleitungen gibt es schon in mehreren Staaten. Der steirische Techniker und Planer Markus Hoffmann, der die Initiative Steiermarkkabel vertritt, hat eine Liste von schon verwirklichten Projekten zusammengetragen. Schon seit 1986 gebe es verkabelte 380-Kilovolt-Leitungen.

Die Streckenlängen reichen von zwei bis 40 Kilometern. Größtenteils liegen die Leitungen in Großstädten, wie z. B. ein 5,2 km langes Stück der Wienstrom, 13 km beim Madrider Flughafen und 24,5 km in London. Zum Teil sei zur Sicherheit ein zweites System verlegt, manche führten durch Tunnels. Die Kupferleiter seien fünf bis sieben Zentimeter dick, der Außendurchmesser betrage 15 bis 17 Zentimeter. Die Kosten gibt Hoffmann mit höchstens dem Drei- bis Fünffachen der Freileitung an, die Lebensdauer mit 40 bis 50 Jahren. Die zu verlegenden Teilstücke zwischen den Muffen seien 800 bis 1200 Meter lang.

Für längere Strecken wären auch Gleichstromleitungen möglich, wie sie durch Meere führen. Von der Schweiz (Sils) nach Italien (Verderio) werde für den Stromtransit in einer stillgelegten Pipeline ein solches 150 km langes Projekt verwirklicht.

Ein Vorhaben gibt es laut dem Verband der europäischen Kabelhersteller (Europacable) auch in dem für seine Sparsamkeit berühmten Schottland. Anrainer und Filmproduzenten wehren sich dagegen, dass Freileitungen von großen Windkraftwerken die Highlands verunzieren.

Rechtsstreit geht trotz neuer Prüfung weiter Unabhängig von der Übereinkunft zwischen Land und Verbund, die Verkabelung von Gutachtern prüfen zu lassen, gehen die Behördenverfahren weiter. In den nächsten Tagen werden für den zweiten Abschnitt von Elixhausen nach Kaprun drei Korridore zur Vorprüfung eingereicht, kündigte nach dem Mittwoch-Gipfelgespräch Verbund-Direktor Heinz Kaupa an.

Gegen die vom Land schon genehmigte Freileitung für den ersten Teil werden die Gemeinden Berndorf, Seeham, Obertrum und Seekirchen Einspruch erheben. Das bekräftigte am Donnerstag der Berndorfer Bgm. Josef Guggenberger (ÖVP). "Wir haben bis 11. Mai Zeit, unser Anwalt arbeitet daran." Dann ist der Umweltsenat in Wien am Zug, der die Einwände der steirischen Kabelbefürworter allerdings bereits abgewiesen hat.

Er habe beim Gipfelgespräch darauf bestanden, sagte Guggenberger, dass auch der erste Abschnitt im Flachgau von einer Verkabelung profitieren könne, wenn sie von den Experten für machbar erklärt werde.

Auch im Innviertel in Oberösterreich wandten sich nun besorgte "Stromautobahn"-Anrainer an ihren Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP). Sie ersuchten ihn um Hilfe: "Wir wurden vom Verbund überfahren und vor vollendete Tatsachen gestellt", beklagt sich Rotraud Steiger, Obfrau der "Bürgerinitiative für ein umweltfreundliches Burgkirchen", in einem Brief. Den Umweltverträglichkeitsbescheid zu Gunsten des Verbunds "werden wir natürlich beeinspruchen", erklärte Steiger.

Quelle Salzburger Nachrichten vom 20.04.2007

 

 

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