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BI gegen 380-kV-Leitung wandte sich an Bundespräsidenten

25.04.2007 | „Region verträgt keine weitere Trasse“ BOCKSTADT – Mit einem offenen Brief wandte sich der Vorstand der Bürgerinitiative „Stoppt die 380-kV-Leitung“ Bockstadt-Herbartswind-Heid-Eisfeld jetzt an den Bundespräsidenten Horst Köhler sowie an weitere Bundes- und Landespolitiker. Auch auf diese Weise will die BI dem Unmut über die geplante Höchstspannungsleitung Ausdruck verleihen.

Die Menschen in der Region fühlten sich übergangen, heißt es in dem Brief. Und weiter: „Die etwa 250 Mitglieder wollen für ihren Lebensraum, für unsere einzigartige Natur- und Kulturlandschaft und vor allem für unsere Kinder kämpfen...Warum muss man, um regenerative Energie von A nach B zu transportieren, riesige Schneisen durch ein Mittelgebirge ziehen und damit nicht absehbare Folgen für Mensch, Tier und Natur riskieren?“

Durch die Bürgerinitiative werde die Notwendigkeit der Trassenführung durch den Thüringer Wald bzw. deren Verlauf an dessen Südhang bezweifelt, ist weiter zu lesen. „Wir fordern deshalb eine unabhängige Studie über die Notwendigkeit einer Trassenplanung im Thüringer Wald und eine Aussetzung des Raumordnungsverfahrens bis zur Vorlage dieser Studie.

Gerade wir als ehemalige Grenzgemeinden an der innerdeutschen Grenze waren 45 Jahre der Willkür der Staatsmacht ausgesetzt. Riesige Schneisen für den Bau der Grenzsicherungsanlagen haben unser Leben geprägt und massiv eingeschränkt. Deshalb sind wir froh über die deutsche Einheit und die wieder gewonnene Freiheit in unserer Heimat Südthüringen.“

Im Schreiben wird darauf verwiesen, dass in den vergangenen Jahren viele finanzielle Mittel eingesetzt wurden, um die Orte lebenswert und zukunftsfähig zu gestalten. Sicherlich seien nicht alle Pläne gelungen, machten Abwanderung junger Leute und Arbeitslosigkeit zu schaffen. Trotzdem sei es gelungen, durch die Erschließung von Wohnbaugebieten junge Familien zu halten, obwohl dies erhebliche Wege zu den Arbeitsstellen bedeutet. Deshalb sei man frohen Mutes für die Zukunft gewesen. Doch die Pläne des Netzbetreibers Vattenfall Transmission GmbH stimmten missmutig, man fühle sich von den Verantwortlichen der Landes- und Bundespolitik alleine gelassen. „Wir sind der Meinung, der Thüringer Wald als Urlaubs- und Naherholungsgebiet verträgt keine weitere Trasse für ein Bauvorhaben dieser Größenordnung, schon gar nicht mit 70 bis 100 Meter hohen Masten.“

Einschnitte in Natur

 

Die Trassenführungen tangierten Naturschutzgebiete und Schutzgebiete von europäischem Rang (FFH-Gebiete) sowie Vogelschutzgebiete auf der gesamten Streckenführung, legt der BI-Vorstand dar. Gerade die Bauvorhaben der letzten Jahre, z.B. der Bau der Bundesautobahnen 71/ 73 und der Bau der ICE- Stecke, hätten der Region viel abverlangt. Natur und Landschaft gingen in Größenordnungen für immer verloren.

 

Auch für den Tourismus als einem wichtigen Wirtschaftszweig hätte die 380-kV-Trasse katastrophale Auswirkungen. Die Attraktivität der Landschaft mit ihren Rad- und Wanderwegen sowie Aussichtspunkten wäre für immer zerstört. Die Urlaubs- und Naherholungsgebiete könnten an Bedeutung verlieren. Arbeitsplätze im Tourismus, in der Gastronomie und Landwirtschaft seien in Gefahr, dies würde weiter zu einem Ausbluten der Region führen, hießt es im offenen Brief.

 

Bedenken ernst nehmen

 

„Wir finden es äußerst wichtig, dass die Menschen, die berechtigt ihre Bedenken gegen dieses gigantische Bauvorhaben äußern, von der Politik ernst genommen werden. Um den Unmut der Bevölkerung zu unterstreichen, hat die Bürgerinitiative eine Unterschriftensammlung gestartet. Bis zum heutigen Tag wurden mehr als 2000 Unterschriften gesammelt und es werden täglich mehr“, wird festgestellt.

 

Abschließend werden der Bundespräsident und alle Politiker um Unterstützung gebeten, damit die Vattenfall-Trasse noch gestoppt werden kann. (red)

Quelle Thüringer Allgemeine vom 25.04.2007

 

 

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