»Kontakt    »Impressum   

Sternmarsch gegen Vattenfall-Hochspannungstrasse

11.04.2007 | „Nicht zu früh freuen, Proben abwarten!“ VON KLAUS-ULRICH HUBERT UND RONNY RITZE KLEINHETTSTEDT – „Wir sind froh, dass trotz des Feiertags so viele Menschen mitmachen. Das wird heute nicht die letzte Veranstaltung gegen 380kV sein.“ So auf dem Sternmarsch von Stadtilm nach Kleinhettstedt gestern Peer Schulze vom Vorstand der Interessengemeinschaft „Achtung Hochspannung!“.

Deren bislang 11 und künftig 15 Mitglieds-Bürgerinitiativen zwischen Mittelthüringen und Nordbayern brachten gestern zum Sternmarsch mit Protestkundgebung weit über 500 Menschen auf die Beine. Schulze fügt hinzu: „Viele Menschen, die hier nicht dabei sind, aber dennoch vom Trassenbau betroffen wären, haben wahrscheinlich noch gar nicht verstanden, worum es hier geht. Die Kommunen, egal ob und von welcher Planungsvariante betroffen, dürfen sich nicht gegenseitig ausspielen lassen“.

Ein Hauptgedanke gegen das spaltende Sankt-Florians-Prinzip, auf das eingangs der Abschlusskundgebung auf dem Kleinhettstedter Sportplatz auch Siegfried Kriese einging. Dessen Bürgerinitiative „Deube/Kalm“ sich als super organisierender Gastgeber an einem Ort erwies, der durch die jetzt vom Landesverwaltungsamt frei gegebene Trassen-Westvariante nicht mehr unmittelbar betroffen ist: „Denn, liebe Leute, unsere thüringische Heimat hört doch nicht im Nachbar-Dorf auf!“

Dafür gab‘s eben so heftigen Beifall von weit über 500 Kundgebungsteilnehmern wie für die Solidaritätsgrüße aus Oberfranken durch Annette Martin von einer der bayerischen Bürgerinitiativen. Die bestätigte wie Kriese, dass die andere Seite der Medaille des vorgeblichen Nord-Süd-Windenergie-Transports über die Höchstspannungstrasse der überaus profitable Stromhandel sei: Billig einkaufen, teuer verkaufen, wenn die Strombörse entsprechende Vielfachgewinne erwarten lässt.

Wie gestern der Vizelandrat des Ilmkreises, Rainer Zobel, das einheitlich geschlossene „Hinter-dem-Trassenbau-Widerstand -Stehen des Kreises“ überzeugend verkündete, sei es auch im Coburger Land gewesen.

Von den Kommunen über den Kreistag bis hin zum Regierungsbezirk sei ein klares Nein gekommen. Zudem stellten SPD und Grüne im Landtag Bayerns Antrag auf das auch in Thüringen geforderte unabhängige Gutachten zu Trassen-Notwendigkeit und -folgen. Das gab Riesenzustimmung bei den Teilnehmern, als die bayerische Bürgerbewegte wissen ließ, das die Thüringer nun ja quasi Vorposten für Bayern sind: „Denn liegt die Leitung einmal bei euch und bis Effelder, haben wir bei uns da herüben noch weniger Chancen, sie zu verhindern!“

Welche Lobby hinter deren Vorantreiben steht, hinterfragte auch Vize-Landrat Zobel: „Menschen? Das große Geld, der Profit für die Stromkonzerne!“ Das erkenne man am Verlauf des Raumordnungsverfahrens, ohne sich den Vorwurf der „fortschrittshemmenden Maschinenstürmerei“ gefallen lassen zu müssen, so Zobel. Der sich als Gehrener Einwohner zugleich als unmittelbar vom geplanten Trassenkorridor Betroffener outete. Peer Schulze hatte neben seinem Hinweis auf „verfrühten Optimismus bei Vattenfall nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens“ noch zwei viel beklatschte Ergänzungen: „Erstens ist es wie im Sport: Nicht zu früh übern Sieg freuen, erstmal Urin- und Blutproben abwarten...!“ Und: „Ich bin Herr der leeren Kassen: Unsere Arbeit braucht Spendenbereitschaft!“

Quelle Freies Wort vom 11.04.2007

 

Copyright © 2007 - 2013
Achtung-Hochspannung.de
Alle Rechte vorbehalten

©design by nineteen62