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Nein zur Megatrasse

10.04.2007 | Mit Plakaten wie "Rettet das grüne Herz" und "Nein zur 380-kV-Leitung" trafen sich gestern Nachmittag nach einem Sternmarsch etwa 500 Gegner der geplanten Stromtrasse in Kleinhettstedt.

KLEINHETTSTEDT. Schätzungsweise 300 Trassengegner waren von Stadtilm aus losgelaufen, weitere kamen aus Dienstedt, Nahwinden oder reisten mit dem Auto an. So wie die Abordnungen aus Bayern, aus Hochstedt bei Erfurt und dem südlichen Ilm-Kreis. Auf etwa 500 schätzte die Polizei die Zahl der Teilnehmer an der Abschlusskundgebung auf dem Sportplatz. Für Siegfried Kriese von der Bürgerinitiative Deube/Kalm als Veranstalter ein großer Erfolg. Doch nicht nur Anette Martin aus Ebersdorf in Bayern hatte mehr erwartet. "Wenn wir Vattenfall die Stirn bieten wollen, müssen mehr Leute aufstehen", sagte sie gegenüber TA und rief später in ihrem Grußwort dazu auf, weiterhin Einigkeit und Entschlossenheit über Ländergrenzen hinweg zu zeigen. Während das Raumordnungsverfahren (ROV) in Bayern noch nicht begonnen hat, wird die Stadt Großbreitenbach schon in den nächsten Tagen gegen das ROV klagen, erklärte die Bürgermeisterin und PDS-Landtagsabgeordnete Petra Enders. Dass bei ihrer kämpferischen Rede mehrfach der Strom ausfiel, wurde schon mal mit dem Wort "Sabotage" kommentiert. Beifall erhielt auch Vize-Landrat Rainer Zobel (Freie Wähler), der betonte, dass der Landkreis weiterhin deutlich Nein zur Trasse sagen wird. Kommt sie trotzdem, werde man sich für weitreichende Ausgleichsmaßnahmen einsetzen.

Durchweg bezweifelt wurde gestern erneut die Notwendigkeit dieser Trasse quer durch den Ilm-Kreis und den Thüringer Wald (Karte: TA vom 7. April ) - es sei denn für Stromhandel und mehr Profit. Dafür opfere man Lebensqualität und Natur, gefährde den Tourismus. Breite Schneisen würden durch den Wald geschlagen, 70 bis 110 Meter hohe Masten in die Landschaft gestellt. Ein normaler Kirchturm ist 40 Meter groß, machte Siegfried Kriese das Ausmaß deutlich. Elf Bürgerinitiativen mit mehr als 3000 Mitgliedern (Tendenz steigend) haben sich bisher in der Interessengemeinschaft "Achtung Hochspannung" zusammengeschlossen, um diese Megaleitung zu verhindern - oder wenigstens eine Erdverkabelung in allen sensiblen Gebieten durchzusetzen. Aber die Forderungen reichen weiter - bis hin zur Novellierung des Energieerzeugungsgesetzes.

Hart ins Gericht gingen die Redner nicht nur mit Vattenfall, sondern auch mit der Thüringer Landesregierung und dem Landesverwaltungsamt.

Viele hatten diesen Ostermarsch der anderen Art gestern für einen Ausflug in Familie genutzt. Die Schobse-Riverboat-Dixieland-Band aus Gehren spielte kostenlos auf - ihre Stadt wäre ebenfalls betroffen.

Von Antje KÖHLER

Quelle Thüringer Allgemeine vom 10.04.2007

 

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