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Trassengegner geben nicht auf

04.04.2007 | ILM-KREIS (ak/kk). Auf heftigen Protest ist gestern die Entscheidung des Landesverwaltungsamtes gestoßen, wonach Vattenfall seine bevorzugte Westtrasse durch den Ilm-Kreis planen darf.

Er sei sehr enttäuscht, meinte Olaf Büchner vom Berggasthaus "Riechheimer Berg". Dort hatte sich im Vorjahr eine Bürgerinitiative formiert, die die riesigen Masten am Berg vorbei verhindern will. Man habe auf etwas mehr Zeit gehofft, um die Leute zu sensibilisieren. "Wir hoffen trotzdem auf ein Erdkabel oder wenigstens den Rückbau der bestehenden kleineren Leitung".

"Jetzt nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens suchen wir nach rechtlichen Möglichkeiten", gab sich Klaus Bergmann, Sprecher der Bürgerinitiative und Vorstand der Interessengemeinschaft "Achtung Hochspannung", kämpferisch. Die Gemeinde Elleben habe inzwischen Kontakt zur Europäischen Union aufgenommen, denn die Trasse tangiert ein Vogelschutzgebiet.

"Das ist eine Entscheidung gegen die Mehrheit der Einwohner", meinte Eckhard Bauerschmidt, Linkspartei-Chef im Kreistag. Mit Blick auf die öffentliche Anhörung im Mai kritisierte er die "abwartende Haltung" von Landesregierung und Landtag: "Erst nachdem offenbar im Landesverwaltungsamt alles klar war, hat man Bürgerbeteiligung zugelassen." Seine Parteikollegin Petra Enders, Bürgermeisterin von Großbreitenbach, ist überzeugt, dass zur Stromtrassen-Landtagsdebatte vorige Woche die Landesregierung wusste, wie die Weimarer Behörde entscheiden wird. Das Verfahren sei ein Lehrstück dafür, "wie eine Landesregierung ein Parlament an der Nase herumführt". Aber es seien noch nicht alle Messen gelesen. Im Planfeststellungsverfahren habe Vattenfall noch "manche Klippe" zu umschiffen, auch eine Wiederholung des Raumordnungsverfahrens hält Enders für möglich.

CDU-Landtagsabgeordneter Siegfried Jaschke zeigte sich ob der Entscheidung in Weimar ebenfalls "sehr unzufrieden", es bedürfe weiterer Prüfungen zur Frage der Notwendigkeit der Trasse, erklärte er.

Der Protest geht weiter, etwa beim Sternmarsch gegen die 380-kV-Trasse am Ostermontag nach Kleinhettstedt. Hier wollen auch zahlreiche Riechheimer dabei sein. Viele Traßdorfer kommen mit dem Fahrrad - ihr Ort ist bereits durch ICE und Autobahn stark betroffen. Die Gemeinde setzt sich dafür ein, dass wenigstens die bereits genehmigte Bahnstromleitung mit an die neuen Masten kommt, so Ilmtal-Bürgermeister Neuland (CDU).

Quelle Thüringer Allgemeine vom 04.04.2007

 

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