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INFOABEND ZUR 380-KV-LEITUNG - Geballter Widerstand

02.04.2007 |  Würde die vom Energiekonzern E.O.N geplante 380-kV-Leitung durch den Landkreis verwirklicht, wäre Weidhausen besonders betroffen. Die wahrscheinliche Trasse der „Stromautobahn" würde dafür sorgen, dass die Gemeinde von mächtigen Leitungsmasten umzingelt ist. „So etwas zu planen, ist eine Unverschämtheit", wetterte Weidhausens Bürgermeister Werner Platsch.

WEIDHAUSEN - Die Lebensqualität würde ebenso schwinden wie die Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde, wenn zu den beiden schon bestehenden Leitungen noch eine dritte käme, machte Platsch seinem Unmut Luft bei einem Diskussionsabend der von Detlef Hetz, Ursula Ritter und 2. Bürgermeister Harry Ritter geführten Bürgerinitiative „Nein zur 380 kV". Eher irritiert zeigte sich der Bürgermeister indes, dass der Saal des „Goldenen Eichhorns" bei diesem Thema „brechend voll sein müsste", es aber am Freitagabend keineswegs war. Für Platsch gebe es dennoch keinen Zweifel, dass die Mehrheit der Bürger die Leitung ablehne. Die Front gegen das E.O.N-Projekt ist mittlerweile breit. Nicht nur Bürgerinitiativen stellen sich gegen das Vorhaben, sondern auch der Landkreis mit seinen Städten und Gemeinden. Der Kreistag stimmte geschlossen gegen die Höchstspannungsleitung. Ihre Unterstützung sicherten den Bürgern von Weidhausen und seinen Gemeindeteilen Neuensorg und Trübenbach auch MdB Hans Michelbach (CSU) sowie von den Grünen MdL Ulrike Grote und Angela Platsch vom Coburger Kreisverband zu. Würde eine weitere Leitung gebaut, wäre das „ein sehr schwerwiegender Eingriff", räumte Michelbach ein. Dass Strom aus Windenergie über die neue Leitung ausgerechnet nach Bayern transportiert werden soll, nannte er nicht nachvollziehbar. Schließlich sei der Freistaat führend bei der Stromgewinnung aus erneuerbarer Energie. Die Grünen befürworten grundsätzlich die Nutzung der Windenergie. Doch für Groterechtfertigt das von E.O.N ge plante Vorhaben den Aufwand in keiner Weise. Die Zukunft gehöre vielmehr einer dezentralen Energieversorgung. Dass die Leitung allein dem Transport von Windstrom dienen solle, wollte Angela Platsch ohnehin nicht recht glauben. Sie meinte, dass Dreiviertel der Kapazität genutzt werde, um billigen Strom aus anderen Ländern zu beziehen. An die massiven Eingriffe in die Landschaft erinnerte Frank Reißenweber vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). Überschüssigen Windstrom aus dem Norden, wie von EON behauptet, gäbe es gar nicht, würde nur konsequent auf erneuerbare Energien gesetzt, meinte Dr. Ludwig Trautmann-Popp vom Bund Naturschutz in Bamberg. Nach seiner Meinung dient die Leitung dazu, eine Höchstspannungsverbindung zwischen dem Pumpspeicherwerk Goldisthal und dem Atomkraftwerk Grafenrheinfeld herzustellen. Auf diese Weise könne bei einem Ausfall des Atomkraftwerks bei Schweinfurt Strom aus dem Norden bezogen werden.

Quelle Neue Presse Coburg vom 02.04.2007 

 

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