»Kontakt    »Impressum   

HÖCHSTSPANNUNGSTRASSE „Keine Feinde von regenerativer Energie“

25.03.2007| GROSSBREITENBACH/GRIESHEIM – „Der Graben zwischen Befürwortern und Gegenern“ der Vattenfall-Höchstspannungstrasse, die ab 2008 den Ilmkreis in seiner vollen Nord-Süd-Ausdehnung neben der ICE-Trasse zusätzlich „zieren“ könnte „geht quer durch alle Parteien!“ So zu Wochenbeginn Andreas Beyersdorf in der CDU-Kreistagsfraktionssitzung in Griesheim.

Er verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die sowohl von den Bürgerinitiativen entlang des geplanten Trassenverlaufs als auch vom Ilmkreis und dessen Landrat Benno Kaufhold geforderte unabhängige Studie zur Trassen-Notwendigkeit längst hätte angefordert werden müssen. Auf wenig Zustimmung stieß hier die Anmerkung des CDU-Landtagsabgeordneten Siegfried Jaschke, dass ja schließlich sogar die komplette SPD und selbst Teile der Landtags-Linke.PDS pro Trasse argumentieren.

Die Betroffenen endlich anhören

Von letzterer kam gestern eine Stellungnahme der erklärten Trassengegnerin und Landtagsabgeordneter Petra Enders. „Ich begrüße es außerordentlich, dass sich der Ausschuss für Bau und Verkehr nun auf die Durchführung einer Anhörung zur geplanten 380-kV-Leitung verständigt hat“, betonte sie nach der Beratung im Ausschuss.

Noch vor wenigen Wochen sei das von der CDU abgelehnt worden. Offensichtlich habe der erhebliche öffentliche Druck der Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaft, der Städte, Gemeinden und Landkreise gegen die Trasse dieses Umdenken ermöglicht. „Die Linkspartei.PDS-Fraktion, die den Bau der Leitung mehrheitlich ablehnt, will vor allem die Betroffenen zu Wort kommen lassen.

Es sollten nun endlich alle Bedenken und Zweifel einfließen. Dabei müssen auch Fragen nach der generellen Notwendigkeit der Trasse, nach Alternativen, Auswirkungen auf Natur und Umwelt sowie auf den Tourismus als Wirtschaftsfaktor erlaubt sein. „Nur so kann den Betroffenen vermittelt werden, dass ihre Einwände und Bedenken von der Landesregierung tatsächlich ernst genommen werden“, sagt Enders zum Teilerfolg. Bei der Anhörung würde dann schnell deutlich, dass die Bürgerinitiativen, die gegen die Trasse kämpfen, keine Feinde regenerativer Energien seien. „Im Gegenteil, sie stehen für generelles Umdenken in der Energiepolitik. Nämlich hin zu einer neuen dezentralen, regenerativen Energieversorgung und -nutzung! Dies ist angesichts des Klimawandels auch dringend notwendig“, so die Landtagsabgeordnete abschließend.

Wie zweifelhaft das bisherige zögerliche Verhalten namentlich der Landesregierung und jener Abgeordneten ist, deren Regionen offenbar vom Trassenbau verschont bleiben, belegte zu Wochenbeginn auch die CDU-Kreistagsfraktion in Griesheim. Kreis-CDU-Chef Georg Juchheim, hier namentlich als Bürgermeister der von bereits zahlreichen anderen Infrastrukturbauten betroffenen Wolfsberggemeinde: „Wir haben unseren Leuten als CDU immer wieder alles politisch verklickern können, was uns notwendig erschien. ,Das muss nun mal sein!‘ argumentierten wir stets. Heute, wo wir uns vergebens abzappeln, um für die betroffenen Bürger was zu erreichen, müssen wir mal fragen: Aber warum immer nur bei uns?

Belastungen gleichmäßig verteilen

Warum kann man solche Belastungen nicht auch etwas gleichmäßiger auf die Regionen verteilen?“ Ohne das St.Florians-Prinzip („...verschon mein Haus, zünd‘s andere an!“) bemühen zu wollen, verwies Juchheim auf schwächer besiedelte Landstriche im Raum Königsee, sprach gar von „härterer Gangart“ der Trassengegner mit leichtem Sarkasmus. Mit Blick auf Südtirols einstige Unabhängigkeitsbewegung... Vielsagendes Lächeln, so Juchheim, habe man auf Gesichtern der raumordnerisch tätigen Landesverwaltungsamts-Mitarbeiter wahrgenommen, als man denen sagte: Thüringens Bau- und Verkehrsminister Trautvetter dürfe wohl nicht in den Prozess des Raumordnungsverfahrens eingreifen. (uhu)

Quelle Freies Wort vom 25.03.2007


 

Copyright © 2007 - 2013
Achtung-Hochspannung.de
Alle Rechte vorbehalten

©design by nineteen62