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Schulterschluss

21.03.2007 | Die CDU-Fraktion des Ilmkreises unterstützt die Bürgerinitiativen gegen die geplante 380 kV-Stromtrasse. So lautet die Kernaussage einer Zusammenkunft am Montagabend in Griesheim. Beide Seiten fordern eine Stellungnahme zur Notwendigkeit der Leitung.

GRIESHEIM. Die CDU probte den Schulterschluss. Man beschäftige sich in jeder Fraktionssitzung mit einem Thema, das die Bürger im Ilmkreis besonders bewege, deshalb, sagte Andreas Beyersdorf, habe man sich für die "Stromautobahn" und als Versammlungsort für die Ilmtalgemeinde entschieden. "Die Leitung erhitzt die Gemüter überall", sagte Beyersdorf. Wichtig sei es, sich in das Verfahren einzubringen und dass sich die Bürger eine Meinung bilden. Die CDU ist gegen den Bau der Leitung in dieser Form, genauso wie die Bürgerinitiative Niederwillingen. Diese vertrat Hans Ullrich Zillmer, der Ortsbürgermeister von Behringen und Nieder- und Oberwillingen. "Wie man so etwas nur planen kann, das kann man sich gar nicht vorstellen", äußerte dieser seinen Unmut. Die Stromtrasse führt direkt an den Orten vorbei. Beispielsweise zwischen Nieder- und Oberwillingen. Der Korridor von 500 Metern Breite, den der Stromkonzern Vattenfall hierfür einplant, reiche nicht, da die Orte gar nicht so weit auseinanderliegen.

Zillmer fordert ein Gutachten, das zunächst einmal kläre, ob die Trasse tatsächlich notwendig sei. Seiner 800 Mann starken Bürgerinitiative gehe es nicht darum, die Leitung gänzlich zu verdammen, doch an den Problemen vorbeischauen, das dürfe man nicht. Der Lebensraum von Menschen, die Natur, würden stark beeinflusst. Gerade in Niederwillingen, wo im Wohngebiet mehr als hundert Häuser neu gebaut wurden, das bedeutete einen Zuwachs von rund 300 Bürgern. Diese investierten in ihr Heim viel Geld und Zeit, sind nun froh und zufrieden, in dieser reizvollen Gegend zu wohnen und jetzt so etwas, schimpft Zillmer."Das Problem ist, uns hört keiner zu", so Wolfsberg-Bürgermeister Georg Juchheim. Er verließ den Weg der Bürgerinitiativen und versuchte mit den eigentlich Verantwortlichen direkt zu verhandeln. Von diesen bekäme man aber nur zu hören: "Jawohl, du hast recht, aber wir müssen sie bauen." Richtig zuständig fühle sich offenbar niemand. Einer schiebt es auf den anderen, obwohl jeder weiß, dass die Landesregierung in der Verantwortung stehe, da die Leitung letztlich durch deren Hoheitsgebiet führe. Juchheim, auch CDU-Kreisvorsitzender, vermutet, oder fürchtet, dass schon alles fix und fertig in der Schublade liegt und er und seine Kollegen wieder einmal den Bürgern den Buckel hinhalten müssen. Er verlangte, dass die Landtagsabgeordneten mehr Einfluss nehmen. "Wir können nur schauen, dass es landschaftsschonender wird", sagte Landrat Benno Kaufhold, der die Trasse ablehnt. So diskutierte man über eine Stunde und es blieb die Aussage, dass die CDU-Kreistagsfraktion die Bürgerinitiativen unterstützen will, an der ablehnenden Stellungnahme des Kreistages festhält und die Untersuchung der Notwendigkeit der 380 kV-Leitung fordert.

Von Henry BUCHBERGER

Quelle Thüringer Aöllgemeine vom 21.03.2007 

 

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