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380 kV - Politik kontra Vernunft

Adieu Energiewende, willkommen Lobbyismus, Profitmaximierung und Vorführung der Bürger!

Besser könnte man den thüringisch – bayerischen, rot – gelben Schulterschluss kaum beschreiben, der im Mai 2013 zugunsten des internationalen Stromhandels praktiziert wird. Die Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD Thüringen) und Martin Zeil (FDP Bayern) erniedrigen sich zum Doppelgespann für die international und in Deutschland praktizierenden Stromkonzerne. Das ungleich politisch gefärbte Gespann zeigt ungewohnte Einigkeit, geht es um die Umsetzung technisch überholter Großvorhaben, die in den betroffenen Regionen von einer beispiellosen Zerstörung von Natur, Tourismus und Lebensraum begleitet werden. Immer noch scheint es Leute zu geben, die noch nicht begriffen haben, dass es bei der geplanten Hochspannungsfreileitung durch Thüringen ähnlich weiterer geplanter Hochspannungstrassen in Deutschland mitnichten um den Transport „grüner Energie“ vom Norden in den Süden geht. Inzwischen haben die Netzbetreiber aufgrund des Drucks betroffener Bürger und Kommunen zugeben müssen, dass es durchaus um den Transport von Strom aus fossilen und atomaren Kraftwerken (Guten Morgen, liebe Leute!) geht, während die „Erneuerbaren“ nur als Lückenfüller dienen. Deutschland hat noch nie so viel Strom exportiert wie heute!

Auch wenn die Betroffenen aus dem Wald in Thüringen und Oberfranken gemeinsam mit denen aus der Uckermark, Niedersachsen, Hessen und Nordrhein – Westfalen auf die Prüfung und Umsetzung neuer Technologien, wie Hochspannungsgleichstromübertragung, Hochtemperaturseile und Netzmonitoring drängen, macht´s, wie die Netzbetreiber es wollen! Macht doch den Bock zum Gärtner!

In Thüringen feiert man den Einbau und den Betrieb von Hochtemperaturseilen auf einer Distanz von immerhin 1,2 km (!), wobei diese leistungsfähigere Beseilung beidseitig an konventionelle Leiterseile angeschlossen ist. Macht das Sinn? – Die Frage stellt dann auch der unbedarfte betroffene Bürger. Kann man das doch mit der Situation eines Technikers zwischen zwei Politikern vergleichen. Der kann argumentieren, wie er will, in jede Richtung ist die Wahrscheinlichkeit der Weitergabe sinnvoller Argumente praktisch ausgeschlossen. Ähnlich ist es auch mit dem Stromtransport. Macht eine Technologie Sinn, die zu einer Kapazitätserhöhung auf bis zu 150 % führt, wenn die benachbarte veraltete Technologie nur 100 % gewährleistet? Klingt einfach, ist´s aber nicht. Also, die Maus fragen, meine Herren Machnig und Zeil!

Während Kinder getreu dem Motto „gebranntes Kind scheut das Feuer“ aus schlechten Erfahrungen ihre Konsequenzen ziehen, sind Politiker dagegen offensichtlich resistent. Mit westfälischer Fröhlichkeit und wehenden Haaren wird offenen Auges und strotzend vor Selbstbewusstsein nach der Elb-Philharmonie, dem Flughafen Berlin-Brandenburg und Stuttgart 21 auf das nächste Milliardengrab hingesteuert.

Trotz einer anhängigen Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss werden die Arbeiten im Abschnitt der geplanten Hochspannungsleitung zwischen Vieselbach und Altenfeld mit Vehemenz vorangetrieben und Tatsachen geschaffen. Will man die Sache beim Bundesverwaltungsgericht aussitzen? Ach ja, war ja nicht alles so, wie es hätte laufen sollen, doch nun steht die Leitung… Was machen wir denn nun?

Es ist ein Trauerspiel, wie Demokratie und Bürgerbeteiligung ausgehebelt werden, um wirtschaftliche Interessen zu bedienen. Auf der Strecke bleibt der durchdachte, wirtschaftliche und nachhaltige Umbau unserer Energieversorgung.

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, das Engagement der betroffenen Bürger, unterstützt durch namhafte Wissenschaftler und Techniker geht weiter.


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