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"Jetzt geht es um Menschen"

25.04.2009 | Großbreitenbach - Hundert Augenpaare starren in Großbreitenbach erwartungsvoll auf Hans Neumeier. Der Jurist steht vor ihnen und erklärt, wie er und die Anwaltskanzlei Labbé & Partner ihnen helfen wollen.

Hans Neumeier vergleicht den aktuellen Trassenprojekt-Fortschritt mit einem Fußballspiel: "Wenn's auf die entscheidende Phase zugeht, gibt es diese 'Jetzt-geht's-los'-Sprechchöre. Genau da sind wir jetzt auch. Vattenfall hat noch nichts gewonnen, die haben noch kein Tor geschossen."

Der Vergleich gefällt den Zuhörern - die meisten wohnen dicht an der geplanten Trasse, einige außerhalb von Großbreitenbach. Verunsicherung ist bei den Anwohnern zu spüren in der Fragerunde, weil viele Anwohner Angst vor der Vorstellung von monströsen Spannungs-Masten in der Nähe ihrer Häuser haben. Es geht ihnen um den Wert der Grundstücke und um ihre Gesundheit. "Es hat noch keiner vom Menschen gesprochen. Aber hier geht es um Menschen", sagt ein Mann entschieden.

Doch Neumeier sieht nach wie vor sehr gute Chancen, die Stromtrasse zu verhindern. Er weist auf das Gutachten von Professor Lorenz Jarass hin, dass den Bau einer Starkstromtrasse als nicht notwendig einschätzt. Und Neumeier warnt die Anwohner, diesbezüglich etwas zu unterzeichnen.

Vollmachten liegen Rathaus

Es könne sein, dass Vattenfall-Vertreter mit Formularen hausieren gehen, erklärt er: "Die wollen Unterschriften einholen, durch die sich Anwohner mit dem Bau der Stromtrasse einverstanden erklären. Das dürfen und müssen Sie nicht unterschreiben!"

Unterschreiben sollen die Leute lieber Vollmachten, mit denen sie die Anwaltskanzlei Labbé & Partner ermächtigen, sie in allen Stromtrassen-Angelegenheiten zu vertreten. Begründungen gegen das Bauprojekt könne man auf die Rückseite schreiben, sagt Neumeier. Die gelten dann gleich als Einwendung gegen den geplanten Vattenfall-Bau. Neumeier hat bereits Erfahrung in solchen Fällen: Die Münchener Anwaltskanzlei, für die er arbeitet, hat schon Autobahngegner und Flughafen-Anrainer erfolgreich vertreten. "Je mehr Einwendungen wir sammeln, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir das Projekt stoppen können. Wenn nur ein Anwohner sich sträubt, wird der von Vattenfall überrannt. Wenn es aber Hunderte sind, kann Vattenfall nichts mehr tun", verbreitet er Aufbruchsstimmung und Optimismus.

Er und Bürgermeisterin Petra Enders weisen mehrfach darauf hin, dass die Rechtsberatung für betroffene Grundstückseigentümer gratis ist. Die Kosten übernehmen die Anlieger- Kommunen oder Städte, in diesem Fall Großbreitenbach.

Doch die Zeit drängt: Bis Mittwoch sollen die Bürger die Vollmachten ausgefüllt im Rathaus abgeben. Dann werden sie der Anwaltskanzlei zugestellt. Bis 7. Mai ist dann Zeit, die Einwendungen beim Thüringer Landesverwaltungsamt einzureichen. Dort wird es den Erörterungstermin geben, bei dem die Planfeststellung beschlossen werden soll. Oder eben verhindert - durch eine Flut von Einwendungen.

Quelle Freies Wort vom 25.04.200


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