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Stromleitung auf der Westtrasse 

12.07.2008 | Coburg Die Eon Netz GmbH, Bayreuth, will die 380-Kilovolt-Leitung zwischen Altenfeld in
Südthüringen und Redwitz an der Rodach in Oberfranken im Westkorridor bauen. Das bedeutet, zwischen
dem Übergabepunkt an der Landesgrenze bei Weißenbrunn vorm Wald im Landkreis Coburg und dem
Umspannwerk in Redwitz (Kreis Lichtenfels) würde die etwa 30 Kilometer lange Leitung die Gebiete der
Städte und Gemeinden Rödental, Dörfles-Esbach, Coburg, Grub am Forst, Ebersdorf bei Coburg,
Weidhausen, Michelau und Marktzeuln durchziehen.

Heftiger Protest

Einige der Kommunen haben gegen die Planung bereits Protest eingelegt. Sie lehnen die neue
Stromleitung, deren Masten durchschnittlich 60 Meter hoch wären, kategorisch ab. Zudem kämpfen
Bürgerinitiativen gegen die Trasse, die im Falle ihres Baus entlang der ICE-Strecke, der Autobahn und
einer bestehenden 110-Kilovolt-Stromleitung nach Redwitz führen würde. Insbesondere in den östlichen
Stadtteilen von Coburg zeichnet sich massiver Widerstand ab. Mit der A 73, der ICE-Strecke und der
110-kV-Leitung sei die Belastungsgrenze der hier lebenden Menschen erreicht, heißt es aus den
Bürgervereinen.

Horst Schäfer, Projektleiter für den Leitungsbau, und Eon-Unternehmenssprecherin Michaela Fiedler
wiesen bei einem Pressegespräch am Freitag in Coburg allerdings darauf hin, dass die Osttrasse über
Sonnefelder und Neustadter Gebiet noch nicht vom Tisch ist. Grund dafür ist der Entwurf des
Energieleitungsausbaugesetzes, den das Bundeskabinett am 18. Juni auf den Weg gebracht hat. Es sieht
nicht nur die teilweise Verkabelung vor, die für die 380-kV-Leitung Altenfeld-Redwitz in sensiblen
Landschaftsteilen des Thüringer Waldes vorgesehen ist. Es legt, wenn es denn in Kraft tritt, auch fest, dass neue Stromleitungen dann verkabelt werden müssen, wenn bestimmte Mindestabstände zur
Wohnbebauung unterschritten werden. Als Wert sind Entfernungen von 200 bis 400 Metern genannt. Dies
wäre beim Ebersdorfer Gemeindeteil Friesendorf und bei Coburger Stadtteilen der Fall. Wird dieser
Entwurf Gesetz, dann ist für die Eon Netz GmbH die etwa 25 Kilometer lange Osttrasse wieder erste
Wahl. Doch derzeit plant Eon mit der Westtrasse, betont Projektleiter Schäfer.

Netz bereits optimiert

Gemeinsam mit Unternehmenssprecherin Michaela Fiedler erläuterte er gestern, dass Eon geprüft habe, ob bestehende Leitungen verstärkt oder optimiert werden können. Im Falle der Verbindung
Altenfeld-Redwitz sei dies nicht möglich. Die Leitung Remptendorf-Kronach-Redwitz sei nicht
erweiterbar. Auch sei es nicht möglich, auf dieser Trasse ein zweites System aufzubauen. Dann würde
man zu nahe an Siedlungen heranrücken. Die von Professor Lorenz Jarass geforderte Netzoptimierung
über Leitungsmonitoring erfolge bereits; die Verwendung von Hochtemperaturseilen auf bestehenden
Trägersystemen sei keine ernsthafte Alternative. Die neue 380-kV-Leitung sei erforderlich, und die von
Bürgerinitiativen und Gemeinden in Auftrag gegebene Jarass-Studie habe keinen Einfluss auf die
Planung, so die Eon-Sprecher.

Während in Thüringen bislang kein Raumordnungsverfahren eingeleitet wurde, ist es in Bayern bereits
seit Ende Mai abgeschlossen. Jetzt beginnt das Planfeststellungsverfahren für die 380-kV-Stromleitung
auf der Westtrasse. Zunächst erfolgen eine Vermessung sowie eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Die
Planfeststellungsunterlagen sollen in etwa eineinhalb Jahren bei der Regierung von Oberfranken
eingereicht werden. Diese entscheidet dann über die Baugenehmigung. Dagegen kann nur in einer Instanz vor dem Bundesverwaltungsgericht geklagt werden. Damit soll das Verfahren nach dem Vorbild von Autobahn und ICE-Neubaustrecke beschleunigt werden. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens
werde es einen ständigen Dialog mit Städten, Gemeinden, Landkreisen, Grundstückseigentümern und
Bürgern geben, kündigte die Eon Netz GmbH am Freitag in Coburg an.

Quelle Neueu Presse Coburg vom 12.07.2008 Wolfgang Braunschmidt



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