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Rennsteig mastenfrei in zwei Schritten

25.04.2008 | Jena – Beim Bau der umstrittenen 380-kV-Leitung durch den Thüringer Wald zeichnet 
sich ein Teilerfolg für die protestierenden Bürgerinitiativen und Kommunen ab.

Der Netzbetreiber Vattenfall Europe Transmission (VET) treibt derzeit Planungen voran, die Rennsteigquerung mit einer Kombination aus einer niedrigen Freileitung und PVC-Erdkabeln vorzunehmen. Wie VET-Geschäftsführer Wolfgang Neldner dieser Zeitung bestätigte, sollen knapp vor dem Kammweg zwei Stromkreise mit sechs Freileitungen von den bis zu 80 Meter hohen Masten auf nur 35 Meter hohe „Kurzstielmaste“ überführt werden, die zudem mit deutlich weniger Trassenbreite auskommen.

Positive Resonanz in Südthüringer Landkreisen

Sollten langfristig doch weitere zwei Stromkreise benötigt werden, würden diese zunächst als Erdkabel auf derselben Trasse verlegt. Wenn sich deren Dauerbetrieb als sicher erwiesen habe, könnten dann auch die Leitungen auf den Kurz-Masten in das unterirdische System folgen. Diese Variante ist laut Neldner bereits den Landräten Sonnebergs, Hildburghausens und des Ilm-Kreises vorgestellt worden und auf positive Resonanz gestoßen.

Inzwischen habe auch die Bundesnetzagentur „grundsätzlich aber eindeutig“ ihre Zustimmung zu diesem Pilotprojekt signalisiert, dessen Streckenlänge, je nach Ausgang des Planfeststellungsverfahrens, zwischen einem und vier Kilometern betragen würde. Mit einer Genehmigung durch die Bundesnetzagentur wäre die bislang höchste Hürde für eine Teil-Verkabelung der „Thüringer Strombrücke“ beseitigt: Vattenfall könnte damit die zusätzlichen Kosten auf die Netzentgelte umlegen statt sie allein zu finanzieren. Nach Schätzung von VET-Projektmanager Winfried Fischer kostet ein Kilometer Erdkabel-Verlegung in dem geografisch und geologisch schwierigen Gelände um die 15 Millionen Euro, während sich die Kosten für die klassische Freileitung auf etwa eine Million Euro pro Kilometer belaufen.

Ganz neu im Gespräch ist aber noch eine andere Lösung. Demnach könnte der gesamte Abschnitt vom Schwarzatal bis hinter den Blessberg mit Kurzstielmasten bestückt werden, die zwei Stromkreise tragen. Wie dann eine Aufrüstung auf die langfristig aus VET-Sicht nötigen vier Systeme realisiert würde, sei aber noch völlig offen, so Neldner, der gestern an einem Workshop des Instituts für Energiewirtschaftsrecht Jena zur 380-kV-Trasse teilnahm.

Quelle Freies Wort vom 25.04.2008 Jens Voigt



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