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Bürgerinitiativen für Betreiben der Stromnetze durch öffentliche Stromgesellschaft

18.03.2008 | Das Stromnetz ist ein natürliches Leitungsmonopol, denn es ist nicht davon auszugehen, dass Privatunternehmen Konkurrenznetze aufbauen werden. Dadurch werden die Netze aber auch zu einem unverzichtbaren Bestandteil für die öffentliche Infrastruktur und Daseinsvorsorge. Sie sollten aufgrund ihrer Auswirkungen und Belastungen für Mensch, Natur und Landschaft stringent bedarfsgerecht ausgerichtet sein. Da ist es ein Glücksfall, dass – auf Druck der EU – die Energiekonzerne gezwungen werden,  Netz- und Stromerzeugung zu trennen. Hier hat der Staat endlich die Chance, positiv im Sinne der Bürger einzugreifen. Wenn die Alternative heißt Staat oder Monopol, dann doch lieber eine Behörde, welche nicht der Gewinnmaximierung sondern im Wesentlichen seinen Bürgern verpflichtet ist. Außerdem „greift“ der Staat derzeit ohnehin durch Zugangs-, Preis- und Kostenkontrollen über die Bundesnetzagentur in das Gefüge ein; ohne derartige Mechanismen wären die Strompreise bereits jetzt deutlich höher. Nur unwillig beugen sich Energiekonzerne dieser Einengung.

Sollten EON und andere Energiekonzerne ihr Netz verkaufen, dann muss gerade der Staat darauf achten, dass diese lebenswichtigen Adern nicht an Gazprom & Co oder  unberechen-bare Investoren aus dem In- und Ausland verscherbelt werden – mit unabsehbaren Folgen und Auswirkungen. Eine öffentliche Netzgesellschaft wäre neutral gegenüber allen Stromproduzenten und zu einem angemessenen Netzerhalt und – ausbau verpflichtet; private Investoren können hierzu letztlich nur mit einem teuren Kontrollapparat gezwungen werden.

Wir Bürgerinitiativen sehen auch, dass nicht nur ökonomische sondern insbesondere ökologische und volkswirtschaftliche Aspekte bei einem staatlichen Netzbetreiber eine stärkere Rolle spielen würden. Denn hier haben der Wähler und der Betroffene ein direktes Mitspracherecht. Innovationen und Forschung in ein zukunftsgerichtetes Netz sind durch gezielte Anreize finanzieller Art möglich. Ein solches ist für uns – gerade auf großen Strecken – das HGÜ-(Overlay )–Netz, ein Gleichstromnetz in der Erde mit geringer Strahlung, relativ geringem Energieverbrauch und immensen Vorteilen für die Landschaft, Natur und Anrainer. Die Qualität der Prüfung, ob neue Trassen überhaupt erforderlich sind, hätte ein anderes, bürgerfreundlicheres Niveau.

Die im Vergleich zu den großen Gewinnen der privaten Stromversorger kaum messbaren Mehrkosten für eine Erdverkabelung würden nicht mehr ins Gewicht fallen, da sie über mehrere Jahrzehnte kalkulatorisch refinanziert würden. Der Strompreis insgesamt könnte sinken. Schließlich wären auch Absprachen oder „Grenzgebühren“ zwischen verschiedenen Netzbetreibern kein Thema mehr, da die Aufteilung in Regelzonen und die unflexiblen Kraftwerkparks der Energiekonzerne und damit das derzeitige strukturelle Gefüge kostensteigernd wirken.



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