»Kontakt    »Impressum   

Schön geht aber anders!

09.02.2008 | Nur Vattenfall braucht diese 380-kV-Leitung. Fürs Geschäft! Nicht der Klimaschutz durch Ökoenergie, nicht Deutschland und schon gar nicht Thüringen!

So gestern Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete Petra Enders (Die Linke). Am Donnerstag wurde bekannt, dass Vattenfall den wegen seiner besonderen Nähe zu den Energiekonzernen umstrittenen EU-Koordinator und früheren Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Adamowitsch, offensichtlich, unter Strom und in Marsch setzte, das unsinnige Trassenprojekt durchzudrücken. Buchstäblich über unsere Köpfe hinweg, so Enders.

Während es am Rande der gestrigen Lokalpresserunde im Rathaus buchstäblich rund ging, weil zahlriche Print- und Elektronikmedienvertreter in dieser Sache nachfragten, betonte Enders aufgebracht: Wir lassenuns doch nicht erpressen; noch leben wir in einem Rechtsstaat hoffe ich zumindest! Gleicher Tenor beimSprecher der Interessengemeinschaft aller Trassengegener-Bürgerinitiativen, Siegfried Kriese. Für ihn istdas Vorschieben Adamowitschs nicht nur deshalb fragwürdig, weil seine Ministerien-Karriere infolgeseiner innigen Energiekonzern-Nähe und -Lobbyarbeit durch Bundeswirtschaftsminister Glos einst beendet wurde. Auch der Zeitpunkt, zu dem Adamowitsch als Brüsseler Transformator in Thüringen auftaucht, sei überaus aufschlussreich: Erst in den letzten Tagen haben die weltweit renommiertenWissenschaftler Jarass und Obermair ihr Gutachten um weitere Aspekte aktualisert und bekräftigt (wir berichteten am Donnerstag im Lokalteil). Uns ist bekannt, dass die transeuropäische Netztverstärkung inEU-Richtlinien aufgeführt ist. Doch wurde geflissentlich übersehen, dass das Jarass-Obermair-Gutachtenklar nachweist: Dies ist weder für Windenergietransport sehr temporärer Windenergiespitzen aus demNorden nötig, noch begründet es den landschaftsfressenden Trassenneubau! Auch Enders sieht in derTatsache, dass das Land ohne genauer hin zu sehen das Raumordnungsverfahren durchzog und nun, aufgeschreckt durch ein fundiertes Gutachten auf Bürgerkosten samt Aufzeigen wirtschaftlich wie ökologisch sinnvoller Neubau-Alternativen, selbst Gutachter bemühen will. Auf Steuerzahlerkosten! Enders und die BI Achtung Hochspannung zeigen sich entschlossen, nötigenfalls den Europäischen Gerichtshof anzurufen.

Gestern Mittag am bereits frühlingshaften Kirchberg von Böhlen. Hier, wo sich schon eine. Höchstspannungsleitung in Richtung Großbreitenbach zum Umspannwerk Altenfeld dem Zwischenziel des geplanten Neubaus spannt, ein Wanderer-Trio aus dem Raum Lünen (Nordrhein-Westfalen) bei der Rast. Und so richtig am Staunen, wie Elke Müller beim Schuhbinden anmerkt. Unterwegs auf Tour zwischen ihrem schönen Ost- und Westufer der Schwarza blicken sie und zwei Freundinnen südwestlich über den Mastenwald: Schön geht aber anders! Doch kommen sie mal zu uns, in unseren Wald... von Stromtrassen rings um Aachen. Sie, da ist das hier noch ein Naturrefugium.

Quelle Freies Wort Klaus-Ulrich Hubert vom 09.02.2008



 WEITERE AKTUELLE INFORMATIONEN

Der Schnappschuss des Tages!!!Am 01.05.2014 war an der ICE-Brücke am Froschgrundsee bei Rödental ein Groß-Banner mit folgender... mehrmehr
Das Planfeststellungsverfahren für den Neubau der 380kV-Trasse Landesgrenze Bayern/Thüringen - Redwitz a. d. Rodach wurde eröffnet. Seit 17.09. haben... mehrmehr
Auswertung der politischen Umfrage (vom Juni/Juli 2013) zu Netzausbau und Energiewende in Deutschland: In der Interessengemeinschaft „Achtung... mehrmehr
Am 18.07.2013, 11:30 Uhr findet eine mündliche Verhandlung in der Verwaltungsstreitsache 380 kV Südwest-Kuppelleitung statt (Stadt... mehrmehr
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) und die UVP-Gesellschaft e.V. (Gesellschaft für die Prüfung der Umweltverträglichkeit)... mehrmehr
 

Copyright © 2007 - 2013
Achtung-Hochspannung.de
Alle Rechte vorbehalten

©design by nineteen62