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Grenzenloser Optimismus zum Umdenken

29.01.2008 | Erfurt/Großbreitenbach Grenzenlosen Optimismus zum Umdenken im Landtag hinsichtlich der Vattenfall-Höchstspannungstrasse konstatierte gestern zum Abschluss einer großen Pressekonferenz im Landtag Uwe Stechow. Der Sprecher der Interessengemeinschaft Achtung Hochspannung, deren landesübergreifende Mitglieds-Bürgerinitiativen gemeinsam mit 33 Kommunen und Landkreisen ein unabhängiges wissenschaftliches Gutachten zur Notwendigkeit  der Vattenfall - Höchstspannungstrasse in Auftrag gaben und finanzierten, meinte dies nicht ironisch! Wasnach bisherigen Erfahrungen der breiten Ablehnungsfront mit der fadenscheinigen Zurückhaltung des Landes nicht selbstverständlich ist.

Angesichts bereits raumordnerisch fixierten Trassenverlaufes samt nachgewiesen nicht notwendigen Naturraubbaus stellte die gestern von Prof. Lorenz Jarass vorgestellte Endfassung des gemeinsam mitProf. Gustav M. Obermair erstellten Gutachtens (ATW-Forschung Wiesbaden) dennoch diese Fragen in den Raum (Zitat Stechow): Warum mussten Landkreise, Kommunen und Bürger die Arbeit machen, diedoch eigentlich von Behörden gemacht werden sollte? Warum kann ein Energiekonzern Monstervorhaben beantragen, für die noch nicht mal die Notwendigkeit nachgewiesen ist. Die Landtagsabgeordnete (Die Linke) Petra Enders unterstrich Stechows Forderung, dass am Anfang der jetzt fraktionsübergreifendaufkeimenden Skepsis zur Trasse die Wahrnehmung des Jarass - Obermair - Gutachtens und seiner klaren Erkenntnisse stehen müsse: Denn eins plus eins bleibt nun mal zwei; das Gutachten baut schließlich nichtauf unseren Wunschzahlen sondern Daten, die von Vattenfall und der Bundesregierung veröffentlicht werden.

Nun komme es darauf an, dass die Politik genauer hinsehe, wofür Schneisen durch Thüringen geschlagen werden sollen, statt auf ihrem Standpunkt zu verharren: Man habe nicht die Hebel in der Hand; dieTrassengenehmigungsverfahren seien reine Verwaltungsakte. Zuletzt begegnete Enders im Landtag kopfschüttelnd dieser Haltung im Bauausschuss. In dem gab es keine Mehrheit für eine entsprechendeStellungnahme bzw. die öffentliche Anhörung und Auseinandersetzung mit dem Jarass - Obermair - Gutachten. Enders, die als Bürgermeisterin gemeinsam mit dem Stadtrat vonGroßbreitenbach Wesentliches zur nunmehr sehr erfolgreichen, bis Bayern reichenden Trassen - Ablehnungsfront beitrug, ließ wissen: Im April wird es daher eine hochkarätige wissenschaftliche Konferenz zur Energiepolitik, zu innovativen Ansätzen, dezentraler Versorgung und wirklichenEnergiealternativen an der TU Ilmenau geben. Jarass, wertete es als Beleg der Richtigkeit seiner Gutachtens-Aussage, dass die geplante Trasse in jedem Fall unnötig und wirtschaftlich nicht zumutbar sei,dass keine einzige Aussage von der Gegenseite widerlegt wurde... werden konnte.

Neue Kernaussagen, die die Erstfassung des Gutachtens vom Oktober 2007 noch deutlicher unterstreichen: Die weltweit erfolgreiche, technisch einfache Aufrüstung und Optimierung bestehenderLeitungen (u.a. durch Temperaturmonitoring) kostet nur ein Fünftel des Neubaus. Und sei, so Jarass, nun auch klare Forderung der Ende 2007 erfolgten Novellierung des Erneuerbare - Energien - Gesetzes (EEG).Jenes Gesetz, auf das sich Vattenfall in seiner Trassenbegründung mit dem Windenergietransport Nord-Süd stets berief. Eine mittlerweile gesetzeskonforme Vorlage der elektrischen Lastflussprojektion bis 2012 durch Vattenfall bringts ans (elektrische) Licht: Die geplante Leitung ist nämlich nichtwindbedingt, sondern würde Vattenfall einen vollen Weiterbetrieb konventioneller Kraftwerke ermöglichen. Schlecht für den Klimaschutz, für Südthüringens Bürger... Aber ein gutes Geschäft!

So Jarass, der zudem sicher ist: Die gigantischen Trassenkosten finden sich letztlich auf der Stromrechnung wieder.

Quelle Freies Wort vom 29.01.2008, Klaus-Ulrich Hubert



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