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Positionspapier der IG Achtung Hochspannung

28.01.2008 | Wir, die IG „Achtung Hochspannung“ stehen nach wie vor zu unserem Ziel der Verhinderungdes geplanten Leitungsneubaus. Als Mitinitiatoren der vorliegenden Studie mit dem Ergebnis, dass der Leitungsneubau kurz-, mittel- und langfristig nicht notwendig ist, fühlen wir uns inunserer Arbeit vollinhaltlich bestätigt. Durch die Energiekonzerne und ihnen nahe stehende Institutionen und Politiker konstruierte Horrorszenarien über einen „Blackout“ in der deutschenEnergieversorgung sehen wir sachlich widerlegt.

Nun gibt es sie also, die Reaktionen auf die Studie der Professoren Jarass und Obermair. Auf einmal rührt es sich sogar auf Bundesebene. Herr Glos ist verstimmt…

Die Thematik der geplanten 380 kV-Höchstspannungsleitung durch Thüringen und Oberfranken erhält inzwischen eine große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und von Vattenfallund unserer Bundesregierung kommen neue Töne. Mitnichten nur regenerative Energien sollen über diese Leitung transportiert werden, wie es noch vor einigen Monaten hieß.Zitate aus der FAZ und der Welt von vergangener Woche:

„… Michael Glos (CSU) hat sich besorgt über die Sicherheit der deutschen Stromversorgung geäußert…“;

„… Für die Versorgungssicherheit seien Investitionen in Kraftwerke wie auch in die Netze unerlässlich. Er plädiere auch für den Bau neuer Kohlekraftwerke, betonte Glos. Diese seienfür eine solide Grundlaststromerzeugung bis auf weiteres unverzichtbar…“;

„… Das Bundesministerium werde deshalb in Kürze einen Gesetzesentwurf vorlegen, das den Leitungsbau beschleunigen werde…“;

„… Strommengen aus neuen Kraftwerksstandorten wie an der Küste und der zunehmenden Anteil von Windstrom könnten nicht abtransportiert, der internationale Stromhandel nicht abgewickeltwerden…“

Da haben wir´s. Bau neuer Kohlekraftwerke und internationaler Stromhandel. Soviel zur vergangenen Argumentation Vattenfalls und der DENA, die Leitung sei unverzichtbar für den Klimaschutz. Ein Energiekonzern wendet sich Hilfe suchend an unsere Bundesregierung und schon sollen Gesetze geändert werden. Stellt sich die Frage, wen unsere Regierung vertritt.

Gewählte Volksvertreter. Gewählt? Ja! Volksvertreter? ...

Sollen durch beschleunigte Genehmigungsverfahren sachliche Argumente ausgehebelt werden und unnötige Investitionen bar jeder Vernunft durchgepeitscht werden?

Wir freuen uns, die Diskussion über die Energiepolitik in unserem Land entfacht zu haben, die Ergebnisse der Studie zur Notwendigkeit der Leitung hat doch einiges in Bewegung gebracht.Wir freuen uns besonders, dass es auf Thüringer Landesebene einen Umdenkensprozess gegeben hat. Doch haben nicht vielmehr die betroffenen Landkreise, Kommunen und die Bürgerdie Arbeit gemacht, die eigentlich von den beteiligten Genehmigungsbehörden gemacht werden sollte? Warum kann ein Energiekonzern Monstervorhaben beantragen, für die noch nichteinmal die Notwendigkeit konkret nachgewiesen wurde? Die Deutsche Netzagentur beharrt stur auf ihrer ersten Studie, die zwischenzeitlich nicht mehr als aktuell eingeschätzt werdendarf. Ist es nicht die Pflicht solcher Institutionen, sich einer fundierten Gegenargumentation auch sachlich zu stellen?

Inzwischen stehen große Teile des Thüringer Landtags fraktionsübergreifend dem Vorhabenkritisch und mit der nötigen Skepsis gegenüber. Vattenfall reagiert mit Scheinargumenten wie„Stummelmasten“ und „1.000 m Erdverkabelung“ im Bereich der Kammquerung des ThüringerWaldes, statt sich der Argumentation der Verfasser der vorliegenden Studie zu stellen.

Wir fordern:
Meinen Damen und Herren Politiker, werden Sie Ihrer Verantwortung gerecht und verhindern Sie unnötige Investitionen!Verhindern Sie die sinnlose Zerschneidung des Thüringer Waldes und die Zerstörung intakter Natur!

Erfurt, den 28.01.2008
Interessengemeinschaft „Achtung Hochspannung“



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