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Kampf gegen Stromtrasse geht nächstes Jahr weiter

15.12.2007 | Waldau Am Thema Höchstspannungstrasse durch den Thüringer Wald kommen jetzt weder Kommunal noch Landespolitiker vorbei. Allerdings, so stellt die Bürgerinitiative (BI) Stoppt die 380-kV-Leitung!Nahetal-Waldau Auengrund Schleusegrund fest, sei das Gutachten von Professor Jarass im Thüringer Landtag zwar zur Kenntnis genommen, aber inhaltlich überhaupt nicht in die Beratung zum Themaeinbezogen worden.

Die BI traf sich kürzlich im Hotel Bergkristall zu einer erweiterten Vorstandssitzung. Während dieser Zusammenkunft, so teilte BI-Vorsitzender Bernd Enders Freies Wort in einer Erklärung mit, wurde Kritikam Verhalten der Landesregierung laut. Der Ruf der CDU nach einem so genannten unabhängigen Obergutachten sei eigentlich nur das indirekte Eingeständnis von Versäumnissen, meint er. Die Regierunghabe es von Anfang an nicht für notwendig erachtet, einen solch tief greifenden Einschnitt in die Kulturlandschaft Thüringer Wald zu hinterfragen, geschweige denn, ihn von vornherein abzulehnen.

Nicht in parteipolitische Kämpfe verstricken lassen

Die mehr als 30 betroffenen Kommunen und deren Bürgerinitiativen länderübergreifend von Thüringen nach Bayern haben das Gegenteil erfahren müssen: Thüringer Landespolitiker verwendeten sich stets fürdie Pläne von Vattenfall und hatten die Bevölkerung immer wieder von der unbedingten Notwendigkeit der Stromautobahn überzeugen wollen. Die Erhaltung der Naturressourcen und der Lebensqualität hättendabei keine Rolle gespielt, meint die BI.

Wir als Bürgerinitiative sind aber nicht dazu da, uns in parteipolitische Kämpfe einzubringen, stellte Bernd Enders fest. Uns geht es darum, dass die von uns gewählten Volksvertreter das Gutachten inhaltlichzur Kenntnis nehmen und daraus ihre Haltung zur Planung und zum Bau der Stromtrasse neu profilieren, sich für die Bürgerinteressen einsetzen.

Mit dem Jarass-Gutachten im Rücken will die BI jetzt die politisch Verantwortlichen auffordern, sich offen zum Inhalt und zum Ergebnis dieses Gutachtens zu bekennen.

Verabschiedet wurde auf der erweiterten Vorstandssitzung ein Brief an den Ministerpräsidenten Dieter Althaus weitere Schreiben, beispielsweise an den Präsidenten des Landesverwaltungsamtes Weimar sowiean die Fraktionsvorsitzenden im Landtag, sollen folgen.

Im Brief an den Ministerpräsidenten heißt es: Wir als Bürgerinitiative vertreten in unseren drei Gemeinden mehr als 10.000 Bürgerinnen und Bürger. Aktiv beteiligen sich in der BI 140 Einwohner ausallen Ortsteilen. Bislang haben wir 2300 Unterschriften gegen den von Vattenfall geplanten Bau gesammelt und es kommen immer noch mehr dazu.

Grund dafür ist nicht zuletzt die Angst vor gesundheitlichen Schäden. Aber auch die Einbußen an Lebensqualität, der zu erwartende Schaden an der Natur, die Wertverluste an Immobilien undGrundstücken in der Nähe der Trasse und der zu erwartende Rückgang des Tourismus, besonders in der Region am Rennsteig, sind ausschlaggebend.

Massive Einschnitte ohne Nutzeffekt für die Region

Was uns bedenklich stimmt, sind die Erwartungen unserer Kinder und Kindeskinder, denn sie werden uns den Vorwurf machen, nichts getan zu haben zur Sicherung ihrer Lebensräume und zum Schutz vonMensch und Natur.

Man könne das Aufbegehren von Vertretern aus 33 Kommunen, Städten und Landkreisen, die sich für eine unabhängige Studie stark gemacht haben, nicht einfach ignorieren, wird dem Ministerpräsidenten zubedenken gegeben. Massive Einschnitte in den Thüringer Wald bis hinein in das Coburger Land seien geplant, und die Region habe keinerlei Nutzeffekt davon. Zudem hätten die Einschnitte durch AutobahnundICE-Bau schon genug Narben in der Landschaft hinterlassen. Außerdem, betont die BI, reichen die vorhandenen Netze in Thüringen für eine entsprechende Aufrüstung mit modernen technischen Systemen,zum Beispiel für den Einsatz von Hochtemperaturseilen oder Leitungsmonitoring, völlig aus, um den von Vattenfall angestrebten Energietransport von Nord- nach Süddeutschland zu sichern.

Die BI verweist darauf, dass im Gutachten eindeutig klar gestellt wird: Mit einer Aufrüstung vorhandener Systeme des Energienetzes würden nicht nur Mensch und Natur geschützt, es würde vor allem einmaximaler Kostenaufwand von 60 Prozent gegenüber des Neubaus einer 380-kV-Leitung entstehen. Dadurch wiederum könnten Steuergelder gespart werden und die Belastungen für den Endverbraucherwären auch geringer, denn die Kosten von Investitionen schlagen immer auf diesen zurück.

Eine Erdverkabelung hingegen sei keine wirkliche Alternative, denn auch sie würde Schäden und Beeinträchtigungen nach sich ziehen.

Nächste Bürgerversammlung im Frühjahr 2008

Schlussfolgernd wird Dieter Althaus aufgefordert, seinen Einfluss geltend zu machen und alle angelaufenen Planungs- und Baumaßnahmen durch den Thüringer Wald auszusetzen bzw. zu stoppen.

Wir als Bürgerinitiative werden nicht aufhören, uns gegen die Pläne von Vattenfall zu wehren und zwar mit allen uns zur Verfügung stehenden, demokratischen Mitteln, und wir werden noch viele Bürger vonder Sinnlosigkeit dieses Vorhabens unterrichten. Die werden dann selbst einschätzen, wie sich die gewählten Abgeordneten zu diesem brisanten Thema verhalten haben ..., heißt es abschließend.

Die BI, betont Bernd Enders, werde weiter aktiv bleiben. Im Frühjahr 2008 soll es in Waldau eine große Bürgerversammlung geben, zu der auch Ministerpräsident Althaus, die Fraktionsvorsitzenden und die fürdie Wahlkreise zuständigen Landtagsabgeordneten eingeladen werden.

Quelle Freies Wort vom 15.12.2007



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