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Stromleitung unverzichtbar

11.12.2007 | Coburg/Berlin Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) hält den Bau der 380-kV-Hochstromleitung zwischen Altenfeld im Thüringer Wald, Coburg und Redwitz an der Rodach für unverzichtbar. Gleichzeitig weist sie die Kritik der Professoren Lorenz Jarass und Gustav Obermair an dem Projekt zurück. Deren Gutachten zur Südwestkuppelleitung sei nicht haltbar, ihr Bau unverändert notwendig.

Coburg/Berlin Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) hält den Bau der 380-kV-Hochstromleitung zwischen Altenfeld im Thüringer Wald, Coburg und Redwitz an der Rodach für unverzichtbar. Gleichzeitig weist sie die Kritik der Professoren Lorenz Jarass und Gustav Obermair an dem Projekt zurück. Deren Gutachten zur Südwestkuppelleitung sei nicht haltbar, ihr Bau unverändert notwendig.Jarass und Obermair hatten im Auftrag oberfränkischer und Thüringer Städte, Gemeinden, Landkreise und Bürgerinitiativen eine Expertise zur Stromleitung erarbeitet, die die Netzbetreiber Eon und Vattenfall bauen wollen. Mit ihr soll Windenergie, die in Norddeutschland erzeugt wird, nach Bayern geleitet werden.

Die beiden Netzbetreiber wollen dafür auf der Grundlage einer dena-Studie eine neue Trasse durch den Thüringer Wald, das Coburger Land und das Obermaintal schlagen. Dagegen laufen Bürgerinitiativen undPolitiker Sturm. Auch deshalb, weil die Professoren Jarass und Obermair betonen, dass das Projekt nicht notwendig ist. Um Windkraft transportieren zu können, reichen nach Auffassung der Wissenschaftler diebestehenden Stromleitungen völlig aus. Sie müssten lediglich ausgebaut werden, insbesondere im
Abschnitt Remptendorf-Coburg-Redwitz.

Dem widerspricht die Deutsche Energie-Agentur GmbH (Berlin). Sie warnte am Dienstag vor weiteren Verzögerungen beim Ausbau des Höchstspannungsnetzes. Langwierige Genehmigungsverfahren und regionale Widerstände gegen den Bau einzelner Trassen, wie jetzt in Thüringen und Franken, drohten das Erreichen der klima- und energiepolitischen Ziele Deutschlands zu gefährden. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung muss, so die Vorgabe der Bundesregierung, bis zum Jahr 2015
mindestens 20 Prozent erreichen. Dies sei in der dena-Netzstudie I unter breiter Beteiligung aller wichtigen Akteure ausführlich begründet und beinhalte auch die neue 380-kV-Verbundleitung durch den Thüringer Wald nach Oberfranken. Wer Klimaschutz und Netzsicherheit will, darf beim Leitungsbau keine Zeit verlieren, betont dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. Die Bürgerinitiativen und Kommunen, die die Professoren Jarass und Obermair beauftragt haben, seien, so Kohler, mit dem Gutachten zur Südwestkuppelleitung schlecht beraten. Das Papier liefere keine überzeugenden Argumente gegen die geplante 380-Kilovolt-Verbundleitung.

Die Autoren gingen von zu niedrigen Windprognosen aus und ignorierten den gesetzlich vereinbarten Ausbau der erneuerbaren Energien ebenso wie die Verpflichtung der Netzbetreiber Eon und Vattenfall, die dafür notwendigen Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Es sei falsch, den Bedarf für eine einzelneLeitung isoliert vom Gesamtnetz und nur für einen kurzen Zeitraum zu bewerten. Der von Jarass und Obermair vorgeschlagene Stopp des Netzausbaus würde nach Überzeugung der dena dazu führen, dass im Jahr 2020 bis zu 22 Prozent des Windstroms nicht erzeugt werden könnten, weil nicht genügendTransportkapazität verfügbar wäre.Die von Jarass und Obermair vorgenommene Bilanzierung der Kosten und wirtschaftlichen Zumutbarkeit der Südwestkuppelleitung sei in weiten Teilen nicht nachvollziehbar, so Kohler. Sie stehe zudem im Widerspruch zu Gutachten, die die gleichen Autoren für andere Auftraggeber, beispielsweise das Bundesumweltministerium, erstellt hätten.

Quelle Neue Presse Coburg - Wolfgang Braunschmidt vom 11.12.2007



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