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Rückhalt im Verband

28.11.2007 | 38O-KV-LEITUNG Der Regional-Planungsverband Oberfranken-West sieht keine Notwendigkeit für den Bau einer Höchstspannungsleitung.

Coburg/Bamberg - „Grundsätzliche Einwendungen" erhebt der regionale Planungsverband Oberfranken - West gegen die Pläne, eine 380-kV-Leitung von Altenfeld nach Redwitz zu bauen. Bei der gestrigen Sitzung des Planungsausschusses stellten sich die Räte damit gegen die Regionsbeauftragte der Regierung von Oberfranken, die zu dem Schluss gekommen war, dass es „keine grundsätzlichen Einwendungen" gebe.

Die vier anwesenden Vertreter aus Stadt und Landkreis Coburg hatten sehr dafür geworben, die Pläne abzulehnen: Bürgermeister Gerhard Preß (Rödental) wies darauf hin, dass die Plantrasse West durch den Froschgrund führe. Sie folge zwar der geplanten ICE-Strecke, müsse aber da, wo der ICE im Tunnel verschwinde, in den Talraum ausweichen, der engund außerdem besiedelt sei. Bürgermeister Werner Platsch (Weidhausen) zeigte auf, dass Weidhausen ohnehin schon an zwei Seiten von 110-kV-Leitungen im Westen und Norden in seiner Entwicklung gehemmt werde. Die 380-kV-Leitung soll an dieser Stelle mit der 110-kVLeitung nach Redwitz gebündelt werden. Doch Redwitz sei ohnehin das falsche Ziel, machte Platsch geltend: „Dieser Strom soll nach Grafenrheinfeld zum Atomkraftwerk." Mithin seienandere Trassen in Thüringen und Unterfranken zu suchen.

Stadtrat Carl-Ludwig Fahrenholz (Coburg) verwahrte sich dagegen, dass der Coburger Osten noch weiter belastet werde, der schon IGE- und Autobahntrasse zu verkraften habe. Oberbürgermeister Frank Rebhan (Neustadt) schließlich schlug vor, im Beschlussvorschlag schlicht das Wort „keine" zu streichen - was den Verbandsvorsitzenden Landrat Günther Denzler (Bamberg) zu der Bemerkung veranlasste: „Grundsätzliche Bedenken habt ihr aber nicht vorgebracht."

Trotzdem schlössen sich die übrigen 22 anwesenden Planungsausschussmitglieder dem Coburger Wunsch an, Denzlern auch. Zuvor hatte die zuständige  Regionsbeauftragte, RegierungsrätinChristiane Odewald, ausführlich dargelegt, welche Bedenken gegen welche Varianten sprechen. So sei in jedem Fall das Landschaftsbild beeinträchtigt,außerdem seien entlang der Grenze zu Thüringen und im Steinachtal landschaftliche Vorbehaltsgebiete betroffen. Die Osttrassen würden in Konflikt mit einem Verkehrslandeplatz bei Bieberbach kommen, der erst kürzlich als regional verträglich eingestuft wurde.

Die Frage, ob so eine Stromleitung überhaupt gebraucht werde, sei in der Debatte um die Stellungnahme fehl am Platz, warnte Günther Denzler eingangs. Gerhard Preß stellte sie trotzdem und gab die Antwort: Auch die Kommunen und Landkreise in Thüringen würden die Trasse ablehnen. „Wir sind da grenzüberschreitend der Meinung, dass die Leitung nicht notwendigist." Für die 18 Prozent zusätzlichen Windstrom gebe es Alternativtrassen. Vor allem, so seine Anregung, solle die Leitung nicht durch den Froschgrund führen, sondern noch weiter westlich davon verlaufen.

Quelle Coburger Tageblatt vom 28.11.2007



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