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Vor Gericht fällt die Entscheidung

07.11.2007 | Coburg - Professor Dr. Lorenz Jarass staunte am Montagabend nicht schlecht, als er sich im großen Sitzungssaal des Landratsamtes umschaute. Knapp 150 Besucher waren gekommen, um sich von ihm über die Ergebnisse seines Gutachtens zur Notwendigkeit der 380-kV-Höchstspannungsleitung informieren zu lassen. „Für das Coburger Land ist das hier heute eine sehr bedeutsame Veranstaltung", sagte Karl Zeitler.

Ein Blick in die Gästeliste zeigte, dass der Landrat mit dieser Meinung nicht alleine stand. Unter anderem waren aus dem Raum Coburg die Oberbürgermeister Norbert Kastner (Coburg) und Frank Rebhan (Neustadt) sowie die Bürgermeister Rainer Marr (Sonnefeld), Bernd Reisenweber (Ebersdorf), Wener Platsch (Weidhausen),Kurt Bernreuther (Niederfüllbach), Udo Döhler (Dörfles-Esbach) und Christian Gunsenheimer (Weitramsdorf) gekommen, um sich den Vortrag anzuhören.

Wie ein Entertainer legte Professor Jarass los und schoss gegen die Stromversorger Eon und Vattenfall sowie die Regierungen von Oberfranken und Thüringen. Sprüche wie „Es ist unfassbar, wie die sonst so korrekte Regierung von Oberfranken das Raumordnungsverfahren eröffnen konnte", „Das ist eine gigantische Verschwendung von Steuergeldern" oder „Es ist ein sinnloses Beschäftigungsprogramm für Landräte, Oberbürgermeister" kamen natürlich beim Publikum an.

Das Credo des Gutachtens war bereits bekannt: „Die 380-kV-Leitung ist weder kurz-, mittel-, noch langfristig nötig." (Tageblatt vom 30. Oktober). Seine Meinung darüber, ob der Protest der Leitungsgegner Erfolg haben wird, war genauso eindeutig: „Sie wird nicht gebaut werden." Trotz des teilweise emotionalen Vortrages betonte Jarass, dass er sich im Gutachten ausschließlich an Zahlen orientiert und keine Spekulationen abgegeben hat. Das Wichtigste ist, dass unsere Argumentation auch bei einem Gerichtsverfahren standhält. Und - da bin ich mir sicher - das wird sie." Anette Martin, Vorsitzende der Bürgerinitiative „Pro Heimat", nutzte die Veranstaltung, um sich bei allen Mitstreitern gegen die Leitung zu bedanken. „Wir haben zwar mit dem Gutachten schon viel erreicht, aber der Ausgang des Verfahrens ist noch völlig offen. Deswegen dürfen wir auf keinen Fall aufhören, weiter gegen die 380-kV-Leitung zu kämpfen."

Quelle Coburger Tageblatt vom 07.11.2007  Stefan Schuhmann



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