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Bürgermeister drohen mit dem Richter

30.10.2007 | Großbreitenbach/Coburg Die Bürgermeister und Landräte von 33 Städten, Gemeinden und Landkreisen fordern das Landesverwaltungsamt Thüringen und die Regierung von Oberfranken auf,Raumordnungsverfahren zum Bau einer 380-Kilovolt-Stromleitung von Altenfeld bei Ilmenau durch den Landkreis Coburg.

Großbreitenbach/Coburg Die Bürgermeister und Landräte von 33 Städten, Gemeinden und Landkreisen fordern das Landesverwaltungsamt Thüringen und die Regierung von Oberfranken auf, Raumordnungsverfahren zum Bau einer 380-Kilovolt-Stromleitung von Altenfeld bei Ilmenau durch den Landkreis Coburg nach Redwitz an der Rodach nicht einzuleiten bzw. auszusetzen. Werden sie trotzdemfortgeführt, drohen die Kommunalpolitiker mit einer Klage gegen das Projekt, das die Energieunternehmen Eon und Vattenfall durchsetzen wollen.

Grundlage dieses Vorstoßes ist ein Gutachten der Forschungsgesellschaft für Alternative Technologien und Wirtschaftsanalysen, die der Wiesbadener Wirtschaftsprofessor Dr. Lorenz Jarass am Montag inGroßbreitenbach im Thüringer Wald Bürgermeistern und Landräten vorstellte. Darin kommen Jarass und sein Kollege Professor Dr. G. M. Obermair zu dem Schluss, dass die Hochstromleitung durch denThüringer Wald, das Coburger Land und das Obermaintal zur Übertragung von Windenergie nicht notwendig ist.

Um diese Energieform von den norddeutschen Windkraftanlagen in das Landesinnere transportieren zu können, reichen nach den Worten des Gutachters die bestehenden Stromleitungen aus. Notwendig seilediglich, das Netz mit einer laufenden Temperaturüberwachung der Leiterseile Leitungsmonitoring zu versehen und den kritischen Leitungsabschnitt Remptendorf-Coburg-Redwitz an der Rodach mit Hochtemperaturseilen auszustatten. Dies sei Stand der Technik. Dadurch könne die mittlere Belastbarkeit
der bestehenden Leitung um mindestens 50, die kurzzeitige Übertragungsleistung um über 100 Prozent gesteigert werden. Diese Umbauten benötigten nur einen Bruchteil der Kosten des von Vattenfall und Eongeplanten Neubaus der 380-kV-Leitung (Südwest-Kuppelleitung).

Für dieses Projekt hätten die beiden Netzbetreiber zu hohe Windgeneratorleistungen angenommen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ziehe die Grenze nicht bei 90, sondern bei 65 Prozent der insgesamtinstallierten Windmühlen. Bei dieser Netzauslegung, die als Grenze der wirtschaftlichen Zumutbarkeit gezogen worden sei, müsste durch Einspeisemanagement im Mittel weit weniger als ein Prozent dererzeugbaren Windenergie aus dem Netz ausgesperrt werden. Auch wenn die Betreiber der Windenergieanlage den von ihnen erzeugten, aber nicht eingespeisten Strom vergütet bekämen, würdendie Stromkunden trotz Entschädigungszahlungen aufgrund der deutlich höher liegenden, aber vermiedenen Netzausbaukosten netto deutlich sparen, so Jarass.

Nicht gelten lässt der Wissenschaftler das Argument, die Leitung sei notwendig, um Windenergie ins Landesinnere zu transportieren, die in einigen Jahren in der Nordsee erzeugt werden soll(Offshore-Anlagen). Dazu benötige es ein völlig neuartiges Höchstleitungsnetz. Für diese Zukunftsprobleme ist eine wie immer geartete Verstärkung des heutigen Netzes in Südthüringen undOberfranken ohne Bedeutung, so Lorenz Jarass.

Quelle Neue Presse Coburg vom 30.10.2007 Wolfgang Braunschmidt



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