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Gutachten hält Stromtrasse für überflüssig

29.10.2007 | „Bau durch Thüringer Wald wirtschaftlich nicht begründbar“ Wiesbaden/Suhl – Die geplante Höchstspannungsleitung durch den Thüringer Wald wegen des Ausbaus der Windenergie ist weder aus Gründen der Übertragungskapazität erforderlich noch wirtschaftlich begründbar. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten der Forschungsgesellschaft für Alternative Technologien und Wirtschaftsanalysen (ATW), das von 33 südthüringischen und oberfränkischen Kommunen in Auftrag gegeben wurde und heute in Großbreitenbach (Ilmkreis) vorgestellt wird.
Die Gemeinden kämpfen gegen den geplanten Neubau einer 380-Kilovolt-Leitung zwischen Vieselbach bei Erfurt und Redwitz bei Lichtenfels (Oberfranken) quer durch den Thüringer Wald.

Bis etwa 2010 reichten die Übertragungsmöglichkeiten der bestehenden Leitungen zwischen den Gebieten der Stromkonzerne Vattenfall und Eon aus, betonen die ATW-Forscher Lorenz Jarass und Gustav Obermair aus Wiesbaden in ihrem Gutachten. Darüber hinaus gehende Belastungen bei starkem Wind könnten durch kurzzeitiges Kappen der Einspeisung von Windrädern oder ein Puffern im Pumpspeicherwerk Goldisthal abgefangen werden.

Bis 2010 könnte das Netz zwischen Thüringen und Bayern durch eine witterungsabhängige Steuerung sowie durch die Ausstattung mit modernen Kabeln so aufgerüstet werden, dass die dauerhafte Belastung um mindestens 50 Prozent, kurzzeitig sogar um 100 Prozent gesteigert werden könne. Diese Ertüchtigung der bestehenden Leitung von Remptendorf (Saale-Orla-Kreis) nach Redwitz würde nur 15 Prozent der Kosten der Trasse Vieselbach–Altenfeld–Redwitz verursachen. Sie wäre zudem schneller realisierbar als der Neubau mit massiven Eingriffen in Natur und Wirtschaft. Für eventuell noch höheren Strom-Transportbedarf zeigen die Wissenschaftler weitere Varianten ohne Neubau auf, so zum Beispiel die Verlegung eines Erdkabels unter der bestehenden Leitung.

Der geplante Neubau sei vor allem wegen der „wirtschaftlichen Zumutbarkeit“ abzulehnen, so die Gutachter. Demnach dürfe Vattenfall nicht – wie bisher – den Netzausbau so planen, dass 90 Prozent der installierten Windkraft gleichzeitig eingespeist werden können, sondern müsse von 65 Prozent ausgehen. jv

Quelle Freies Wort vom 29.10.2007 



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