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Vereinter Protest gegen Trasse

25.09.2007 | 100 BI-Mitglieder aus Kreis in Erfurt / Sven Gregor, Bockstadt, gehörte zu Rednern.

Ein eindrucksvolles Bild boten rund 500 besorgte Bürgerinnen und Bürger aus Thüringen und demCoburger Land, die sich am Donnerstag vor dem Thüringer Landtagsgebäude zur Kundgebung gegen den Bau der 380-Kilovolt-Stromtrasse versammelten. Aus dem Landkreis Hildburghausen waren rund 100 Mitglieder aus den Bürgerinitativen Bockstadt/Herbartswind/Heid/Eisfeld sowie Auengrund/Nahetal - Waldau/Schleusegrund beteiligt.

Offener Brief an Vattenfall als Reaktion auf die Zeitungsannonce vom 24.09.2007 (PDF 15kb)

PETITION der IG „Achtung Hochspannung“ an den Thüringer Peditionsausschuss (PDF 11kb)


© Foto Frank Hofmann BluePaper24

ERFURT / HILDBURGHAUSEN Gemeinsam bereiteten sie mit originelen Plakaten, überdimensionalen Transparenten, grünen Luftballons, Trillerpfeifen und lautstarken Holzrasseln den Boden für die Übergabeeiner von der Interessengemeinschaft Achtung Hochspannung! vorbereiteten Petition. Grundsätzlich wurde die Notwendigkeit einer 380-kV-Freileitungstrasse bezweifelt, die erhebliche Eingriffe in dieLandschaft erfordert und gesundheitliche Risiken birgt.

Für dezentrale Lösung
Das vom Bockstädter Bürgermeister und BI-Mitglied Sven Gregor an den Vorsitzenden des Petitionsausschusses Wolfgang Wehner (CDU) übergebene Papier geißelt das Profitdenken privater Energiekonzerne, beschreibt Bedenken der betroffenen Bürger und fordert die Berücksichtigung berechtigter Interessen bei der Prüfung der Antragsunterlagen durch die Politik. Ein gleichzeitig von Gregor übergebenes Kümmerbäumchen will der Abgeordnete in persönliche Pflege nehmen. Seine lockere Bemerkung Im Landtag würde es wohl verkümmern, quittierten die Demonstranten mit Raunen.

© Foto Frank Hofmann BluePaper24

Geht das Profitinteresse privater Energiekonzerne (Vattenfall und EON) über den Schutz betroffener Regionen und deren Bewohner? Schluss mit der Ignoranz gegen über den Wählerinteressen. Demokratienicht als Schauspiel, sondern als Realität heißt es in den Ausführungen. Die Mehrzahl der an der Wahl teilnehmenden Thüringer hat den Grundstein für die derzeit tätige Landesregierung gelegt. Sie hat nichtnur das Recht, sondern auch den Auftrag, die Interessen ihrer Wähler zu vertreten! führt die federführende Interessengemeinschaft Achtung Hochspannung! aus.

Um den Klimawandel zu stoppen, brauchen wir dezentrale Lösungen in allen Regionen. Nicht hunderte Kilometer neue Freileitungen stellte Sven Gregor als Sprecher der 290 BI-Mitglieder aus der besondersbetroffenen Region Bockstadt, Herbartswind, Heid und Eisfeld unter Beifall fest und fügte warnend hinzu Wer immer und immer wieder den Wählerwillen negiert, wird in Zukunft die Politikverdrossenheit inunserem Land weiter vorantreiben.

Konkret erinnerte er Ministerpräsidenten Dieter Althaus an dessen Versprechen, sich für eine Untertunnelung im Kammbereich des Thüringer Waldes einzusetzen. Gregor verwies ferner auf dengerade wieder aufkeimenden Tourismus und warnte vor einer Beeinträchtigung von Lebensqualität und Gesundheit durch eine Freileitungstrasse, die auch Flora und Fauna negativ beeinflussen würde. DieBerücksichtigung dieser Aspekte vermissen wir bei der geplanten Höchstspannungstrasse durch unsereschöne Heimat, sagte er. Gleichzeitig stellte der Bürgermeister die unbeantwortet gebliebene Frage:Warum hat es die Landesregierung seit der Wende nicht geschafft, den Thüringer Wald und sein Vorlandunter Schutz zu stellen?

Warten auf Gutachten
In einer vielfach durch Beifall unterbrochenen Rede setzte sich MdL Petra Enders, Bürgermeisterin in Großbreitenbach engagiert für die Verhinderung, einer Leitungstrasse ein. Als Frechheit beschrieb sie dasVorgehen Vattenfalls, ohne Baurecht und Raumordnungsverfahren schon jetzt Grundstücke zu erwerben. Von den Bürgern forderte sie Standhaftigkeit und Solidarität im Kampf gegen ein Projekt, das wir nichtwollen und das wir nicht brauchen ein.

Gleichzeitig mahnte sie an, dass sich die Politiker mit dem neutralen Gutachten zur Stromtrasse beschäftigen müssen, das in den nächsten Wochen vorliegen wird. Die Kosten für die Studie 60 000 Eurosind von betroffenen Organisationen, Gemeinden und Sponsoren aufgebracht worden. Wenn es nach Vattenfall und den Leitungsbefürwortern gegangen wäre, wären Genehmigungen längst erteilt undFundamente für das Riesenprojekt in die Landschaft gegossen fügte MdL Enders hinzu. Bei dieser 380-kV-Leitung gehe es nicht um erneuerbare Energie, sondern um Profit von Vatttenfall, stellte sie fest.Erfreut zeigte sie sich, dass die Kreistage von Coburg, Ilmkreis, Hildburghausen und Sonneberg den Protest unterstützt.

Eine von der Stadt Großbreitenbach vor dem Verwaltungsgericht eingereichte Anfechtung des Raumordnungsverfahrens gegen den Freistaat Thüringen werde juristisch durchgezogen, sagte Enders.

Zu den Besuchern der Demo gehörte auch Landtagsabgeordneter Michael Krapp, der sich mit den Bürgern der Region unterhielt und ihnen Mut für den weitern Kampf in den Bürgerinitiativen zusprach. Ebenfalls zur Demo geladen waren die Fraktionsvorsitzenden der im Landtag vertreten Parteien sowie Bau- u. Verkehrsminister Andreas Trautvetter. Leider nahm nur Dieter Haushold, Fraktionsvorsitzenderder Linken. teil.

© Foto Frank Hofmann BluePaper24

Für die fränkischen Bürgerinitiativen sprachen Annette Martin, Ebnersdorf, und Rainer Marr, Bürgermeister in Sonnefeld bei Coburg. Sie machten deutlich, dass es wichtig sei das alle Kräfte in Bayernund Thüringen zu bündeln, um diese Monstertrasse zu verhindern. Zum Schluss der Veranstaltung wurden 380 Luftballone, mit der Aufschrift Stoppt 380kV in den Erfurter Himmel gestartet.
KLAUSOELZNER/red

Quelle Freies Wort vom 25.09.2007



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