»Kontakt    »Impressum   

Spannungsvolle Gegenwehr

21.08.2007 | DISKUSSION Regionale Bürgerinitiativen aus Bayern und Thüringen wollen den Bau einer 380-Kilovolt-Freileitung verhindern.
Coburg - Wie notwendig ist eine 380-Kilovolt-Höchstspan-nungsleitung, die durch Teile des Coburger Landkreises und den Thüringer Wald fuhren soll? Für die Energiekonzerne scheint diese Frage beantwortet: Sie planen bereits an dem umstrittenen Projekt und nehmen billigend in Kauf, dass dabei eine Kilometerlange, unansehnliche Schneise, bebaut mit zahlreichen über 100 Meter hohen Masten, in schützenswerter Naturlandschaft entsteht.
Bei einer Diskussion im Münchner Hofbräu, zu der regionale Bürgerinitiativen aus Thüringen und Bayern eingeladen hatten, wurde das Thema ausgiebig behandelt. Mit Katrin Göring-Eckardt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, und Bundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg (beide Bündnis 90/Die Grünen) waren zwei politische Persönlichkeiten zu Gast, von denen sich die übrigen Diskussionsteilnehmer tatkräftige Unterstützung bei ihrem Kampf gegen die Freileitung erhoffen (siehe auch Seite 15).
Die Bewohner der betroffenen Landstriche fühlen sich übergangen: Politik und Wirtschaft scheinen hier ein „abgekartetes Spiel" zu spielen, vermutete Sven Gregor, Bürgermeister der Gemeinde Bockstadt (Thüringen) und Unterstützer der Bürgerinitiative Bockstadt-Herbartswind-Heid-Eisfeld gegen die Höchstspan-nungsleitung. Die Meinung der Bürger war zu keinem Zeitpunkt gefragt, kritisierte er. „Wir wollen die Lebensqualität bewahren und Umweltschäden in der Region verhindern", erklärte er „Es ist wichtig, dass wir zunächst feststellen, ob die geplante Leitung überhaupt gebraucht wird", sagte Göring-Eckardt. Man wisse gar nicht, wieviel Strom wo produziert wird und wieviel davon verteilt werden muss. „Wie steht es mit den bereits vorhanden Netzen", fragte die Politikerin. Eine entsprechende wissenschaftliche Studie sei nun von den Initiativen und Interessengemeinschaften in Auftrag gegeben worden, erklärte Sven Gregor. Gegen Ende des Jahres sei mit den Ergebnissen zu rechnen. „Das wird uns dann als Grundlage für alle weiteren Handlungen und auch mögliche rechtliche Schritte dienen."
„Ich glaube nicht, dass es den Konzernen um die Stromversorgung der Bürger geht, sondern um Gewinnmaximierung", sagte Michael Traud aus Thüringen. Er spielte damit auf den profitablen Stromhandel an.
Auch der zweite Bürgermeister von Weidhausen, Harry Ritter (Freie Wähler), setzt sich in seiner Region weiterhin gegen die geplante 380-Kilovolt-Freileitungein. Er hält den Zusammenschluss der einzelnen Initiativen für viel versprechend.„Nur so können wir uns bemerkbar machen."

Quelle Coburger Tageblatt vom 21.08.2007

 

Copyright © 2007 - 2013
Achtung-Hochspannung.de
Alle Rechte vorbehalten

©design by nineteen62