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Langewiesen finanziert Studie zur Trasse nicht mit

11.07.2007 | Einmal mehr bewegte die 380-kV-Trasse die Gemüter im Langewiesener Stadtrat, der am Ende einen Beschluss des Hauptausschusses bestätigte.

LANGEWIESEN – Bei der Diskussion im Langewiesener Stadtrat am Montagabend ging es um die Beteiligung der Stadt Langewiesen an der Finanzierung einer Studie, die die Notwendigkeit der 380-kV-Trasse durch Thüringen und Bayern untersuchen soll. Dabei ging es um einen Anteil von 2000 Euro für die Stadt Langewiesen. Die Studie, mit der der Wiesbadener Wirtschaftswissenschaftler Professor Lorenz Jarass beauftragt werden soll, wird mit Gesamtkosten von gut 58000 Euro zu Buche schlagen.

Die Situation unter den Kommunen in Thüringen ist gespalten. Zahlreiche Städte und Gemeinden haben ihre Beteiligung zugesagt, aber viele halten sich bedeckt. Für Langewiesen steht seit Montagabend fest, die Stadt wird nicht an der Finanzierung der mitwirken. Dabei konnte die Abstimmung knapper nicht ausfallen. Sieben Befürwortern standen sieben Ablehner gegenüber, bei drei Enthaltungen. Damit war die Beschlussvorlage, die Bürgermeister Horst Brand selbst eingebracht hat, nicht angenommen. So wurde zugleich der ablehnende Beschluss des Hauptausschusses bestätigt.

In der Diskussion zeigte sich, dass dieses Thema immer wieder spaltet, quer durch die Parteien. Der Bürgermeister hat die Vorlage trotz der Ablehnung im Hauptausschuss noch einmal in den Stadtrat eingebracht, um allen Stadträten die Möglichkeit zu geben, sich zu positionieren.

Sascha König (SPD), sprach sich gegen die Beteiligung an der Studie aus: „Wir wollen alle mit einem gewissen Komfort leben. Dazu gehört eben auch Strom. Für Langewiesen ist der Verlauf der Trasse an der ICE-Strecke nicht ungünstig. Außerdem nützen Gutachten meist nur den Gutachtern.“ Eine andere Auffassung vertrat Heinz Völker (CDU): „Für mich bedeutet die Studie eine Möglichkeit, zusätzliche Informationen zu gewinnen, deshalb werde ich dafür stimmen.“ Gunter Jacob (CDU) machte juristische Bedenken geltend: „Rechtlich betrachtet ist die Studie völlig wertlos. Es handelt sich nicht einmal um ein Gutachten, das wäre noch etwas ganz anderes.“ Ulrike Prüger (SPD): „Mit großer Wahrscheinlichkeit würde die Summe in den Sand gesetzt, deswegen stimme ich nicht zu“.

CDU-Stadtrat Dr. Dieter Bernet wies auf die Notwendigkeit der Trasse hin: „Wem die Versorgungssicherheit mit Strom nicht egal ist, der kann nicht gegen die Trasse sein.“ Er warf den Gegner der Stromleitung vor, die Menschen mit ihren Argumenten in die Irre zu führen. Anke Hofmann (Die Linke) wies dies zurück: „Wir haben genügend wissenschaftliche Darlegungen, die unsere Bedenken bestätigen.“

VON WOLFGANG RAUPRICH

Quelle Freies Wort vom 11.07.2007

 

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