»Kontakt    »Impressum   

Stadt zieht gegen Land vor Gericht

03.07.2007 | ERFURT. Großbreitenbach zieht gegen die Vattenfall-Trassenpläne vor Gericht: Am Freitag soll der Antrag auf ein Normenkontrollverfahren an das Oberverwaltungsgericht in Weimar gehen.

Auf 21 Seiten schildert der von der Stadt beauftragte Anwalt Martin Kupfrian, weshalb Großbreitenbach bezweifelt, dass die 380-kV-Freileitungstrasse wirklich gebraucht wird, welche Folgen diese für die Stadt hätte und welche Fehler im Raumordnungsverfahren unterlaufen sind (TA berichtete).

Sollte sich das Gericht dieser Position anschließen, müsste es das Raumordnungsverfahren für den Abschnitt Vieselbach-Altenfeld für unwirksam erklären. Dass die Richter den Antrag auf das Normenkontrollverfahren für zulässig erachten, steht für Kupfrian angesichts der Betroffenheit Großbreitenbachs außer Zweifel. Nach einer Stellungnahme des Landesverwaltungsamts rechnet er mit einer Entscheidung frühestens zu Jahresende, zumindest aber im Laufe des nächsten Jahres.

Vattenfall Europe Transmission reagierte gestern zögerlich: "Wir arbeiten weiter an den Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren", sagte Sprecherin Meike Wulfers einerseits. Im vierten Quartal 2007 sollten diese beim Landesverwaltungsamt eingereicht werden, spätestens im zweiten Quartal 2008 soll Baustart sein. Andererseits aber sagte Wulfers auch: "Wir warten die Ergebnisse ab." Ob man mit Verzögerungen rechne? Zunächst konnte sie dazu nicht Stellung nehmen, später erklärte sie: "Wir erwarten keine Verzögerungen."

Für Großbreitenbachs Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete für die Linke, Petra Enders, ist die Trasse ein Unding vor allem für den Tourismus: "Der Energiekonzern will wie ein Elefant im Porzellanladen eine Schneise durch den Thüringer Wald schlagen, einzig für den Stromhandel", empörte sie sich gestern. Großbreitenbach ist in mehreren Entwicklungsplänen des Landes als Fremdenverkehrsort eingestuft. Die Stromtrasse konterkariere dies, so Kupfrian. Sie würde beispielsweise in nur 400 Metern Entfernung zum Campingplatz entstehen, quert zahlrei- che Wanderwege und Loipen.

Noch offen ist, ob weitere betroffene Kommunen ähnliche Schritte in Erwägung ziehen.

Initiativen gegen die Stromtrasse gibt es auch im Nordteil des Ilm-Kreises, in der Region des Riechheimer Berges, im Wipfra- und im Ilmtal.

Kristin KAISER

Quelle Thüringer Allgemeine vom 03.07.2007 

 

Copyright © 2007 - 2013
Achtung-Hochspannung.de
Alle Rechte vorbehalten

©design by nineteen62