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Ostermarsch am 01.04.2013 bei Weißenbrunn vorm Wald

Zeitungsartikel der Neuen Presse vom 02.04.2013:

Kommunalpolitiker kritisieren das Genehmigungsverfahren für die Thüringer Strombrücke. Die Regierung von Oberfranken gerät ins Visier.

Weißenbrunn vorm Wald - Silke Michel und Ingo Schulz von der Bürgerinitiative (BI) Rödental-Froschgrund strahlen am Ostermontag mit der Sonne um die Wette. Rund 400 Menschen sind ihrer Einladung zur Demonstration gegen die geplante 380-kV-Stromleitung zwischen Altenfeld in Thüringen und dem Umspannwerk Redwitz an der Rodach gefolgt. Die Kundgebung auf einer Wiese zwischen dem Jugendheim der SG Rödental und der ICE-Strecke am Froschgrundsee bei Weißenbrunn vorm Wald verläuft friedlich, wie Günther Eppler, Leiter der Polizeiinspektion Neustadt, vor Ort bestätigt. Die Demonstration hat eher Volksfestcharakter. Es gibt Bratwürste, Bier, Kaffee und Kuchen. Es sind Biertische und -bänke aufgestellt, von denen man einen guten Blick auf die Ladefläche eines Traktoranhängers hat, von dem aus Michel und Schulz Hunderte Bürger aus Franken und Thüringen begrüßen.

Unter ihnen sind Kommunalpolitiker aus Rödental und aus Coburg. Gerd Mücke zum Beispiel, 3. Bürgermeister der Stadt Rödental und CSU-Mitglied. Er beklagt, dass der Stadtrat vom Unternehmen Tennet TSO, Bayreuth, nicht umfassend über den Leitungsbau informiert worden sei - vor allem nicht über Trassenalternativen, die es gibt im Coburger Land. Die Regierung von Oberfranken habe im Raumordnungsverfahren die Bündelung der Stromleitung mit der ICE-Neubaustrecke und der Autobahn bestimmt, und das sei nun wirklich nicht in Ordnung. Umstehende Zuhörer nicken.

Marco Steiner, Stadtrat der Freien Wähler in Rödental, stößt ins gleiche Horn. "Die Bündelung von Strom-, Autobahn- und ICE-Trasse kam, ohne dass wir vorher ausreichend informiert worden sind", sagt Steiner beim Aufstieg vom Froschgrundsee zur SG-Wiese, über die die Stromleitung einmal führen soll. Die Frage, so Steiner, sei, "ob alle Trassenalternativen ordnungsgemäß geprüft worden sind". Er habe da seine Zweifel. Wieder nicken Umstehende.

Wolfgang Weiß, Stadtrat der Grünen in Coburg, hält die 380-kV-Leitung grundsätzlich für unnötig, auch wenn Bundesnetzagentur und Netzbetreiber Tennet auf die Energiewende, die Abschaltung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld und den notwendigen Transport von Windenergie aus dem Norden in den Süden Deutschlands verweisen. Nein, sagt Weiß, er übe keine Fundamentalopposition. In der Bundesrepublik könne mit dezentralen Anlagen, die über das Land verteilt werden, genügend Strom produziert werden. Das müsse nur politisch gewollt sein. Große Leitungen wie die durch das Coburger Land seien vor allem für eines gut: den europaweiten Handel mit Strom. Das unterstreichen Hans-Joachim Lieb, Kreisrat der Freien Wähler, und Angela Platsch, Stadträtin der Grünen in Coburg. Beide verstünden nicht, dass dezentrale Energieversorgung politisch nicht gewollt sei. Es sei, so Lieb, ein Unding, dass die Bundesregierung stattdessen den Netzbetreibern neun Prozent Rendite für ihre Investitionen in neue Stromleitungen zusage. Lieb: "Das ist kein Konzept für die Energiewende." Platsch ergänzt, dass es die Planung für die Leitung seit dem Jahr 2006 gibt - lange vor der Atomkatastrophe in Fukushima. Die war 2011.



Das Land Thüringen geht gegen die geplante Stromleitung zwischen Altenfeld und Redwitz juristisch vor. Das macht Gegnern des Projekts Hoffnung.
 
Weißenbrunn vorm Wald - Gisela Böhnel, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Rödental, hat sich am Ostermontag gegen den Bau der 380-kV-Leitung zwischen Altenfeld in Thüringen, Coburg und Redwitz ausgesprochen. Die Planung sei entstanden, als vom Atomausstieg in Deutschland noch lange keine Rede gewesen sei. Deshalb sei es unredlich, die Leitung jetzt mit der Energiewende begründen zu wollen.

Bis zum Jahr 2022 sollen, so Böhnel, 51 neue Stromleitungstrassen mit einer Gesamtlänge von 2800 Kilometern gebaut werden. Dies diene nicht nur der Versorgung des Landes mit elektrischer Energie, sondern vor allem dem europaweiten Stromhandel. Deutschland werde zwischen den Strommärkten in Ost und West immer mehr zum Transitland. Dafür werde auch die geplante 380-kV-Leitung genutzt werden, die am Froschgrundsee bei Weißenbrunn vorm Wald bayerisches Gebiet erreicht und entlang der ICE-Neubaustrecke sowie der Autobahn über Coburg nach Redwitz geführt werden soll. Diese Bündelung, gegen die sich auch Bürgerinitiativen wehren, sei eine Frechheit. Eine ordentliche Planung hätte Alternativen geprüft.

Gisela Böhnel betonte, dass sich der Rödentaler Stadtrat immer gegen die 380-kV-Leitung ausgesprochen habe. Er beteilige sich zudem an den Kosten der Klage gegen das Projekt.

Anette Martin, Sprecherin der Bürgerinitiative "Achtung Hochspannung", und Petra Enders, Landrätin des Thüringer Ilm-Kreises, erläuterten dass das Land Thüringen gegen den Leitungsbau juristisch vorgeht. Die Klage ist noch nicht entschieden. Deshalb bestehe die Chance, die 380-kV-Leitung durch das Coburger Land noch zu verhindern.


Ostermarsch 2013


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